Tellington TTouch Verein Deutschland e.V.
Offizielle Seite der zertifizierten Lehrer*innen der Tellington TTouch® Trainingsmethode in Deutschland

Tellington-Magazin- Vagusnerv und mehr

Die neueste Ausgabe des Tellington-Magazins ist da und vollgepackt mit spannenden Impulsen für Pferdemenschen und Hundefreunde! Erfahre, wie Pferde die Resilienz von Kindern stärken und welche Rolle der Vagusnerv beim Hund spielt. Außerdem im Heft: Clevere Tipps für die Tellington-Reiseapotheke, innovative Einblicke in das Spürhundtraining, Online-Unterricht und den Erfolgsfaktor „TTouch-n-Click 2.0“. Abgerundet wird das Ganze durch einen Messe-Rückblick von der Pferd Bodensee und den persönlichen Buchtipps unserer Tellington-LehrerInnen.

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Medical Training: Vertrauensaufbau statt Stress

Hund beim Tierarzt

Gast Blogbeitrag von Nicole Stein (ttouch-n-click Trainerin für Hunde und Katzen aus Deutschland)

Als Tierärztin begegne ich immer wieder Tieren, die sich nicht gerne behandeln lassen – weder von mir in der Praxis noch von ihren eigenen Haltern zu Hause. Sehr häufig höre ich dann Sätze wie:

„Anfassen kann ich meinen Hund überall. Aber sobald ich gezielt etwas anschauen oder behandeln möchte, weicht er mir aus.“ Manchmal wird auch von Knurren, Schnappen oder sogar Beißen berichtet.

Bei Katzen zeigt sich ein ähnliches Bild – oft sogar noch deutlicher. Nicht zuletzt, weil sie sich durch ihre Krallen effektiver zur Wehr setzen können als viele Hunde.

Wenn Nähe plötzlich unangenehm wird

Im Alltag sind viele Tiere sehr menschenbezogen und lassen sich gerne streicheln. Doch sobald Berührungen nicht mehr „freiwillig“ wirken, sondern mit Manipulation verbunden sind – Krallen schneiden, Ohren kontrollieren, Zecken entfernen oder Augentropfen verabreichen – kippt die Situation häufig.

Denn genau diese Maßnahmen sind für unsere Tiere zwar notwendig, aber oft unangenehm oder sogar bedrohlich.

Menschen können wir erklären, was wir tun und warum es wichtig ist. Bei unseren Tiere können wir das nicht. Sie erleben nur die Handlung – nicht die Absicht dahinter.

Medical Training: Verständigung statt Zwang

Hier setzt Medical Training an. Ziel ist es, Tiere gezielt und kleinschrittig an alltägliche medizinische und pflegerische Maßnahmen heranzuführen. Nicht durch Druck, sondern durch Verständnis, Struktur und positive Erfahrungen.

Als Verhaltenstierärztin ist genau das ein zentraler Bestandteil meiner Arbeit. Durch meine langjährige Erfahrung im Tiertraining lag es für mich nahe, diese beiden Bereiche miteinander zu verbinden. Daraus entstand meine Leidenschaft fürs Medical Training als Vorbereitung auf Behandlungen und Pflegemaßnahmen.

Denn eines wird schnell deutlich: Ein Tier, das weiß, was als Nächstes passiert, bleibt deutlich entspannter.

Bekannte Abläufe schaffen Sicherheit. Sicherheit schafft Vertrauen.

Berührung ist nicht gleich Berührung

Ein oft unterschätzter Aspekt im Vertrauensaufbau ist die Qualität der Berührung.

Bevor ein Tier lernt, eine bestimmte Manipulation zu tolerieren, muss es häufig zunächst wieder lernen, dass Berührungen an sich etwas Positives sein können. Eine sanfte, gut lesbare und respektvolle Kontaktaufnahme spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Im Aufbau des Medical Trainings lege ich deshalb großen Wert darauf, Tiere zunächst an Berührungen an Stellen heranzuführen, die sie gut annehmen können – ohne Druck, ohne Überforderung.

Fortsetzung folgt demnächst


Nicole’s nächste Veranstaltungen

Am 1. September gibt es wieder die Möglichkeit in meine Ausbildung einzusteigen. Infos dazu gibt es auf folgender Seite: https://medical-trainer.com/ausbildung-zum-medical-trainer/

Allgemeine Hinweise zu mir 

Homepage: https://medical-trainer.com/

Podcast: https://open.spotify.com/show/1O9iHbNheXWuvRAQCrJd7X?si=a62a8a86e2244fb7

Youtube: https://www.youtube.com/@MedicalTrainingmitNicoleStein


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Vom Winde verweht

Blogbeitrag von Anke Recktenwald (Tellington Instruktorin für Menschen aus Deutschland)

Heiße Tage sind es draußen, und der Hochsommer macht es für so manchen Menschen anstrengend, entspannt zu bleiben bei der Arbeit mit dem Pferd.


Die Bremsen und Fliegen machen es den Pferden schwer, still zu stehen.
 Doch es gibt eine Sache, die beides leichter macht: Ein Ventilator. 
Inzwischen in manchen Ställen schon normal, um die Ruhebereiche der Pferde zu kühlen, verschwinden auch die lästigen kleinen Viecher durch den Wind.



Das kann man sehr gut nutzen, wenn man TTouch anwenden möchte, denn dann können die Pferde in Ruhe spüren, was wir mit ihnen tun. Und wenn wir selbst auch noch ein bisschen gekühlt werden, ist es auch angenehmer, bei diesen Temperaturen Beinkreise zu machen.


Auch der Hufbearbeiter freut sich bestimmt sehr über diese Hilfe. Eine WIN WIN Situation für alle.



Zum Thema Beinkreise war in meiner fortlaufenden Online Gruppe gerade die Frage: Was tun, wenn das Pferd Probleme mit dem Hufe geben hat und Juliane Weerenbeck, eine Schülerin, die sich mit dem Thema besonders gut befasst, um ihrem älteren Quarter Horse mit Arthrose gut zu helfen, schrieb diese schöne Antwort, die ich gern mit euch teilen möchte:



Es kommt darauf an, was die Ursache ist, also warum das Pferd nicht gut Huf gibt.

Hat das Pferd grundsätzlich Vertrauen uns Hufe zu geben; falls nein, langsam angehen und üben mit Sehnenreflex, und immer gleich wieder zurückgeben, wenn es signalisiert, dass es den Huf nicht mehr oben halten kann.

Wichtig: eventuelle Schmerzen lokaliseren mit Noahs March.

Wenn es Schmerzen in den Beinen hat?  
=>  Phytonheber, eingerollte Phyton, Octopus, Schulterheber, Regenbogen 
- Beobachte was es mag.

Hat es Schmerzen im Rücken? 
=> Schweif-TTouches, Lecken der Kuhzunge, Zick-Zack, Rippen lösen

Gibt es ein Problem mit der Balance? 
=>  Labyrinth, Dingo, Widerrist- und Kruppe schaukeln, evtl. Kopf senken, Schweif-TTouch

TTouch an Schulter und Rücken unterstützen das Loslassen


Ich hoffe auch in eurer Nähe gibt es immer einen kleinen Windhauch, an den heißen Tagen 
Grüß dein Pferd von mir

Anke’s nächste Veranstaltungen:

9.-11. Juli Rebalance/Einzelstunden Tour Odenwald, Baden, Nordschweiz, Bodensee

24.-26. Juli Rebalance/Einzelstunden Tour Luxemburg, Eifel, Rheinland, Westerwald


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Der Tellington TTouch® – ein Geschenk für die Beziehung

Blogbeitrag von Ingrid Wild (Tellington Instruktorin für Pferde aus Deutschland)

Wenn wir von Beziehung zu unseren Pferden sprechen, kommen oft Training, Kommunikation oder Vertrauen zur Sprache. Doch was bleibt eigentlich, wenn all das wegfällt, was wir kontrollieren können?

Was bleibt, ist die Beziehung.

Sie ist die Essenz dessen, was wir miteinander gelebt haben. 
Nicht die perfekt ausgeführte Lektion. Nicht das makellose Verhalten. 
Nicht die Kontrolle über jede Situation. 
Sondern die Qualität unseres Miteinanders.

Was bleibt, wenn Kontrollmechanismen versagen?

Oder das Leben uns vor Situationen stellt, in denen wir erkennen, dass Kontrolle immer nur eine Illusion war?

Bleibt da Nähe?

Bleibt Vertrauen?

Bleibt Zuversicht?

Sind wir wirklich noch im Kontakt miteinander – oder war unsere Verbindung von Anfang an an Gehorsam und Funktion geknüpft?

Aus Angst greifen wir häufig zu Maßregelung. Wir korrigieren, begrenzen und kontrollieren, weil wir glauben, dadurch Sicherheit zu schaffen. Doch Angst kann keine tragfähige Beziehung hervorbringen. Sie schafft Anpassung, manchmal Unterordnung – aber nicht zwangsläufig Vertrauen.

Eine gesunde Beziehung entsteht nicht dadurch, dass einer den anderen kontrolliert. Sie entsteht dort, wo beide sich gesehen fühlen, wo Kommunikation möglich ist und Sicherheit nicht aus Druck, sondern aus Verbindung wächst.

Das bedeutet auch, ehrlich hinzusehen.

Ich kann mein Pferd von ganzem Herzen lieben – und trotzdem eine gestörte Beziehung zu ihm haben.

Liebe allein garantiert keine Beziehung auf Augenhöhe. 
Sie schützt nicht davor, Missverständnisse zu leben, eigene Ängste auf das Pferd zu übertragen oder unbewusst Muster zu wiederholen, die Distanz statt Nähe schaffen.

Beziehung ist mehr als ein Gefühl. 
Sie zeigt sich in unserem täglichen Handeln. 
In der Art, wie wir zuhören. 
Wie wir reagieren, wenn etwas nicht nach Plan läuft. 
Wie viel Raum wir dem anderen geben, sich mitzuteilen.

Vielleicht sollten wir deshalb weniger fragen: 
Wie bekomme ich mein Pferd dazu, das Richtige zu tun?

Und stattdessen öfter fragen:

Wie fühlt sich unsere Beziehung an, wenn niemand mehr etwas leisten muss?

Denn genau dort zeigt sich ihre wahre Qualität.

Nicht in der Kontrolle.

Sondern in der Verbindung.



Manchmal sind die wertvollsten Geschenke diejenigen, die man nicht auspacken kann.
Der Tellington TTouch® schenkt genau das: Zeit, Nähe und echtes Miteinander. 
Jede achtsame Berührung lädt dazu ein, den Moment gemeinsam zu erleben, Vertrauen wachsen zu lassen und die Sprache des anderen besser zu verstehen. Aus sanften Kreisbewegungen entstehen Momente der Ruhe, Geborgenheit und Verbundenheit – Augenblicke, in denen sich Mensch und Tier auf einer ganz besonderen Ebene begegnen. 
Der Tellington TTouch ist deshalb weit mehr als eine Methode oder eine Berührung:

Er ist ein liebevolles Geschenk an die Beziehung, das Herz und Seele berührt und lange nachwirkt.


Ingrid’s nächste Veranstaltungen:

www.wild-pferd.com

Start des Zertifikatslehrgang – Tellington TTouch und Reiten,  Ausbildungsmodul 1

9.- 13. September 2026 

Anmeldung und Information bei Wild & Schnell, 
LernZentrum für pferdegerechtes Training
 wildundschnell@web.de, https://wildundschnell.com

Tellington Trainingstage Intensiv 

09.-11.Oktober 2026

Lily Merklin, Ingrid Wild und Daniel Schnell

in 88279 Amtzell

Information und Anmeldung: Pferdehof Luppmanns, Mobil: +49 160/7202840, Email: info@luppmanns.de – www.luppmanns.de

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Tellington lernen und die Tiere-Akademie: DIE Adresse für dich?

Blogbeitrag von Bibi Degn (Tellington Instruktorin für Hunde, Kleintiere und Pferde aus Spanien)

Tellington lernen
und die Tiere-Akademie: DIE Adresse für dich?

Arbeitest du schon lange mit Tieren – als Trainer:in, Pflegerin, Halter:in, vielleicht als Tierärztin/Tierarzt oder Therapeut:in? Dann weißt du auch, dass es eine Ebene gibt, die über klassische Erziehung und Training hinausgeht: das Verstehen dessen, was ein Tier in seinem Körper erfährt/erlebt und genau da anzusetzen. 

 Deswegen – jetzt endlich: die Tellington TTouch® Methode! Du hast schon lange davon gehört, aber hast du dich ernsthaft damit befasst? 
Die Frage ist: Wo lerne ich das richtig?

Die bewährte Adresse für Tellington

Die Tiere-Akademie ist ein anerkanntes Bildungsinstitut, das  traditionsreiche, erfahrene Ausbildungsinstitut für die Tellington-Methode. Hier wurde die Tellington-Ausbildung für Europa gemeinsam mit Linda Tellington-Jones strukturiert und stetig weiterentwickelt . Mit jeder Generation von Teilnehmenden sind die Schritte präziser geworden, 30 Jahre an Erfahrung, was Lernende brauchen, wie sie am besten unterstützt werden können. 

Ausbilderinnen mit internationalem Rang

Die erfahrensten Tellington-Instruktorinnen weltweit leiten die Ausbildungs-Module. Sie schöpfen Erfahrung aus tausenden Stunden direkter Arbeit mit Pferden, Hunden und ihren Menschen weltweit. Das spürst du an der Tiefe, mit der Fragen beantwortet werden, an der Genauigkeit, mit der jede Hand am Tier, jede Aktion beim Üben im Lernparcours kommentiert und begleitet wird, an dem tiefen Verständnis dafür, wie Tiere lernen. 
  Du bekommst Information auf dem neuesten Stand einer Methode von denen, die sie seit 50 Jahren weiterentwickeln.. 

Begleitung über die Kurstage hinaus

Die Zertifikatslehrgänge werden von engagierten Personen: ein eingespieltes Team aus Veranstalterin, Assistent:innen und Mentor:innen begleitet dich auch zwischen den Modulen. Du übst nicht allein zu Hause, sondern hast Ansprechpartner:innen für Fragen, Praxispartner:innen für den Austausch und Mentor:innen, die deine Entwicklung über die gesamte Ausbildung im Blick behalten.

Für wen das passt

Die Tiere-Akademie ist eine gute Wahl, wenn du Tellington nicht nur mal kennenlernen, sondern in der Tiefe verstehen willst. Wenn dich die Mensch-Tier-Beziehung fasziniert. Wenn du bereit bist, Zeit für ein Blockseminar zu investieren und sogar über eine Ausbildung nachdenkst, hinter der Qualität und ein internationales Netzwerk steht. Wenn du Respekt gegenüber Mensch und Tieren schätzt.


Bibi’s nächste Veranstaltungen:

Informiere dich persönlich

Öffne die Webseite und informiere dich – aber dann frage uns gerne nach einem Beratungstermin. Die Intensivseminare kannst du einfach buchen –  Ausbildungen sind etwas komplexer und du profitierst von einer persönlichen Beratung.
b.degn@tiereakademie.de


Die Intensiv-Seminare der Tiere-Akademie
frei buchbar – und anrechenbar zur Tellington Practitioner-Ausbildung

Hunde:

28.9.-03.10. Das Herbst-Seminar der Practitioner-Ausbildung für Hunde
”Fit und gesund mit Tellington”  Bibi Degn und Doris Grütjen

27.4.-2.5.2027 Das Frühjahrs-Seminar der Practitioner-Ausbildung für Hunde
mit Tina Constance Tellington TTouch®Instruktorin Großbritannien

Pferde:

Im Herbst 26 gibt es zwei Angebote der Tiere-Akademie:

13.9. – 19.09.26 Relana Beck und Bibi Degn: Pferde-Ausbildung auf der Kauber Platte 

und die Möglichkeit, Ausbildung mit Urlaub zu verbinden: 

09.10.2026 — 14.10.2026 Vom Dingo zur Piaffe mit Bibi Degn mit Lea Degn in Andalusien an der Costa de la Luz: Endlich erfülle ich mir den langgehegten Wunsch, ein ganzes Seminar mit dem Schwerpunkt der Führposition des “Dingo” zu unterrichten. Und das mit meiner Tochter Lea bei uns in Spanien.


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Für die Schweiz

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Triff das Tier, wo es ist

Luna schläft mit Tellington-Körperband

Blogbeitrag von Sylvia Haveman (Tellington Instruktorin für Hunde, Kleintiere und Pferde aus den Niederlanden)

Kürzlich erhielt ich einen Anruf von einer Klinik mit der Frage, ob ich mich für zehn Tage um eine junge Labradoodle-Hündin kümmern könnte. Ihre Halter wollten in den Urlaub fahren, und Luna sollte während dieser Zeit in eine Hundepension. Für einen Hund, der sich nach einer Verletzung erholen und sich kontrolliert bewegen sollte, war das jedoch nicht die ideale Lösung. So nahm ich diese besondere Herausforderung gerne an.

Eine gesunde, junge Hündin mit großer Neugier und viel Interesse an ihrer Umgebung zog bei mir ein. Ihre Entdeckungsfreude zeigte sich allerdings sehr deutlich: Luna wollte vieles erkunden und nahm gerne Dinge aus den (Bücher-)Schränken, um sie genauer zu untersuchen und gerne auch mal zum zerkauen. Eine Reihe von Absperrungen und Zäunen halfen uns dabei, eine sichere und entspannte Umgebung für sie zu schaffen.

Wenn ich bei ihr war, konnte Luna ruhig sein und entspannen. Sobald ich jedoch den Raum verließ, wurde es für sie schwieriger – sie begann zu bellen, auch nachts.

Luna war noch sehr jung, hatte sich kurz zuvor ein Bein gebrochen, war zweimal in der Klinik behandelt und zweimal operiert worden. Nun befand sie sich plötzlich bei einer fremden Person an einem unbekannten Ort. Sie benötigte dreimal täglich ein Beruhigungsmittel und mehrere kurze Spaziergänge über den Tag verteilt. Außerdem fiel es ihr zunächst schwer, wieder mit Freude zu fressen.

Eine Situation wirklich zu verstehen und aus der Perspektive des Tieres heraus zu arbeiten, ist ein wichtiger Bestandteil der TTouch-Arbeit.

Ich entschied mich für ein Tellington-Körperband, das ihr ein Gefühl von Sicherheit vermitteln sollte – wie eine tragbare Umarmung. Luna schien Berührungen sehr zu genießen. Durch kurze Einheiten mit TTouches am ganzen Körper konnten wir Vertrauen aufbauen, uns besser kennenlernen und ich konnte Spannungen wahrnehmen und sanft daran arbeiten.

Luna kam mit einem Halsband zu mir, und das Laufen an der Leine fühlte sich zunächst an wie Wasserskifahren. Bei einem sehr vorwärts orientierten Hund entsteht schnell ein Gegendruck, wenn die Verbindung über einen festen Punkt aufgebaut wird. Durch einige Anpassungen konnte ich ihr ein Geschirr mit zwei Kontaktpunkten anlegen. Zusätzlich kam ein TTouch-Connector zum Einsatz, sodass wir das Laufen in Balance und an lockerer Leine üben konnten.

Die gleichmäßige Bewegung und eine ausgewogene Belastung sind für ihre Genesung aktuell besonders wertvoll.

Heute wurde Luna wieder von ihren Haltern abgeholt. Das Laufen an lockerer Leine funktioniert inzwischen sehr gut, und sie reagiert auf das sanfte Gleiten der Hand über die Leine mit einem ruhigeren Tempo.

Sie bellt deutlich weniger, schläft nachts entspannt und kann inzwischen auch in einem anderen Raum zur Ruhe kommen. Außerdem frisst sie wieder mit Freude ihr leckeres Futter.

Für mich ist das ein schönes Zeichen dafür, dass Luna deutlich mehr Sicherheit gefunden hat und weniger Stress erlebt. Diese Ruhe und Ausgeglichenheit können sie sicherlich auf ihrem weiteren Weg der Genesung unterstützen.


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Die Macht der Farben!

Gast Blogbeitrag von Katja Oelmann (ttouch-n-click Auszubildende aus Deutschland)

Auf dem Weg zu meiner ttouch-n-click-Ausbildung für Katzen durften wir diesmal eine wunderbare Woche mit der Instruktorin Lisa Leicht erleben.

Wieder einmal durfte ich von einer inspirierenden, tollen Persönlichkeit lernen. Nicht nur der Vagusnerv, TTouches, der Tellington-Lernparcours und Körperbänder, sondern auch die Wirkung der Farben wurden uns anschaulich vermittelt.

Für mich war unser Selbsttest mit verschiedenen Farben ein großes Aha-Erlebnis.

Was haben wir getestet? Lisa teilte uns in Gruppen auf und jedem Teilnehmer wurden nacheinander 5 verschiedene Körperbänder, ohne zu wissen, um welche Farbe es sich handelt, angelegt. Mit diesen Bändern sind wir achtsam durch ein Tellington-Labyrinth gelaufen.

Das Ergebnis war kunterbunt und unterschiedlich. Ein Band bewirkte eine fokussierte Sichtweise, ein anderes musste ich schnell wieder abnehmen, da mir so richtig schlecht wurde, ein weiteres schränkte die Sichtweise ein, ich schwankte, und zu guter Letzt fühlte ich mich bei einem Band beschwingt und fröhlich.

Ich hätte nie gedacht, dass die Frequenzen der Farben so eine Wirkung haben können. Alle Teilnehmer haben ähnliche Gefühle beschrieben. Das Spannende hierbei ist allerdings, dass wir alle positiv auf unterschiedliche Farben reagiert haben. Ergo: Unsere Stimmung und Emotionen können von unterschiedlichen Farben beeinflusst werden (heute Blau, morgen Violett).

Was hat dies nun mit der Tellington-Philosophie zu tun?

Mein persönliches Fazit: Wir dürfen achtsam mit den Farben der Körperbänder umgehen. Und wenn das Partnertier auf das eine Band mit Abwehr oder Unwohlsein reagiert, kann eine andere Farbe möglicherweise ein Wohlbefinden auslösen. Vielleicht ist es eine Idee, den Tieren verschiedene Farben anzubieten, bevor ein Körperband umgelegt wird.


Katjas nächste Veranstaltungen


Webinar mit Katja:

Was braucht meine Katze wirklich?

Impfungen, Check-ups & Co.

https://www.catcentric.de/event-details/webinar-vorsorge


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Berlin war eine Reise wert – es gibt viele richtige Wege

Blogbeitrag von Lisa Leicht (Tellington Instruktorin für Menschen und Kleintiere aus der Schweiz)

Manchmal sind es nicht nur die Teilnehmenden, die während eines Kurses lernen. Auch für mich als Lehrende war die Woche bei ttouch-n-click in Berlin eine wertvolle Erfahrung und eine Erinnerung daran, wie viel Entwicklung möglich wird, wenn wir bereit sind, unsere Perspektive zu erweitern.

Die Tellington-Methode vermittelt weit mehr als Techniken für den Umgang mit Hunden oder Katzen. Sie lädt uns ein, genauer hinzusehen und Verallgemeinerungen loszulassen. Immer wieder wurde deutlich: Es gibt viele richtige Wege, ein Ziel zu erreichen. Was dem einen Hund oder der Katze hilft, ist für den anderen vielleicht nicht passend. Jedes Lebewesen ist ein individuelles Wunder – einzigartig in seiner Wahrnehmung, seinen Erfahrungen und seinen Bedürfnissen. Und gleichzeitig sind wir alle Teil desselben Lebens.

Besonders eindrücklich war zu beobachten, wie die Teilnehmenden die Übungen am eigenen Körper erlebten. Durch die TTouches, das Anlegen der Körperbänder und den experimentellen Umgang mit dem Tellington-Lernparcours entstanden neue Erfahrungen und Einsichten. Plötzlich wurde spürbar, wie unterschiedlich Wahrnehmung sein kann und wie kleine Veränderungen große Wirkung entfalten können.

Genau darin liegt für mich eine der schönsten Qualitäten dieser Arbeit: Sie fördert Toleranz. Wer selbst erlebt, wie individuell Lernen, Bewegung und Wahrnehmung sind, begegnet anderen mit mehr Offenheit und weniger Urteilen. Statt vorschneller Bewertungen entstehen Neugier, Verständnis und Respekt.

Die Arbeit mit unseren Hunden wird so auch zu einer Schule fürs Leben. Sie stärkt das Selbstbewusstsein, fördert Achtsamkeit und erinnert uns daran, dass Entwicklung selten geradlinig verläuft. Oft entstehen die wertvollsten Erkenntnisse dort, wo wir bereit sind zu experimentieren und neue Möglichkeiten zuzulassen.

Berlin war deshalb nicht nur ein Ort des Lehrens. Es war ein Ort des gemeinsamen Lernens, des Staunens und der Freude – und eine wunderbare Erinnerung daran, wie viel wir von unseren Hunden, Katzen und miteinander lernen können.


Lisa’s nächste Veranstaltung


15. – 18. Oktober 2026: TTouch for You in Nürnberg, Körperarbeit für Wohlbefinden, Konzentration und leichteres Lernen, Basismodul, https://ttouchforyou-bayern.de

24 – 26. Oktober 2026: Online Intensivkurs “Wie Tellington TTouch den Vagusnerv stärkt – und deinen Hund ins  Gleichgewicht bringt” Diese Veranstaltung zählt für die Practitionerausbildung.

31.10 – 01.11. 2026: TTouch for You  in Bad Vöslau bei Wien, https://tellington4you.at/termine/


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Umlenken ist etwas anderes als Ablenken

Blogbeitrag von Katja Krauß (Tellington Instruktorin für Kleintiere aus Deutschland)

Letzte Woche erzählte mir eine Kundin von einer Herausforderung mit ihrem Hund: Sobald er bemerkte, dass es zum Auto ging, begann er stark an der Leine zu ziehen. Der Grund dafür war eigentlich ein schöner — er freute sich darauf, dass es gleich zum Spaziergang in den Wald gehen würde.

Mittlerweile hatte die Halterin bereits angefangen, Umwege zum Auto zu gehen, in der Hoffnung, dass ihr Hund möglichst spät erkennen würde, wohin es ging. Doch ihr Hund wurde immer besser darin, kleinste Hinweise wahrzunehmen und schon früh zu verstehen: Jetzt geht es zum Auto.

Diese Situation brachte mich ein wenig zum Schmunzeln, denn viele Menschen versuchen manchmal, ihre Hunde auszutricksen. Dabei sind Hunde doch großartige Beobachter. Sie nehmen unsere Körpersprache, unsere Bewegungen und unsere Gewohnheiten so fein wahr, dass sie oft schon zu wissen scheinen, was als Nächstes passiert. Linda Tellington-Jones sagte einmal sehr treffend: „Sie lesen uns die Gedanken aus dem Kopf.“

Ich erklärte der Halterin, dass es nicht darum gehen sollte, ihren Hund vom Weg zum Auto abzulenken, sondern diesen Weg selbst anders zu gestalten. Sie könnte den Spaziergang bis zum Auto abwechslungsreicher machen — zum Beispiel mit kleinen Suchspielen, Apportieraufgaben oder kleinen Tricks. Vielleicht könnte ihr Hund lernen, im Slalom durch ihre Beine zu laufen oder andere kleine Aufgaben unterwegs zu lösen.

Daraufhin sagte sie: „Das ist eine gute Idee, ich soll ihn also ablenken.“

Doch genau hier liegt ein wichtiger Unterschied. Ich verneinte, denn wenn ich meinen Hund von etwas ablenken möchte, worauf richte ich dann meine eigene Aufmerksamkeit? Ich konzentriere mich automatisch auf genau die Sache, von der ich ihn wegbringen möchte — in diesem Fall auf das „zum Auto gehen“. Und genau diese Bedeutung bleibt dadurch bestehen.

Viel hilfreicher ist es, umzulenken. Das bedeutet, die Aufmerksamkeit auf etwas Neues, Positives und Spannendes zu richten. Wenn ich mich darauf konzentriere, den Weg zum Auto möglichst abwechslungsreich und freudvoll zu gestalten, entsteht eine ganz andere Stimmung.

Vielleicht wird der Weg zum Auto durch gemeinsame Spiele, besondere Leckereien, kleine Herausforderungen oder spannende Aufgaben plötzlich zu einem eigenen Erlebnis. Vielleicht wird das Balancieren über eine kleine Mauer, eine Suchaufgabe oder eine gemeinsame Übung unterwegs so interessant, dass der Waldspaziergang schon auf dem Weg beginnt.

Dabei geht es nicht darum, den Hund auszutricksen. Es geht darum, ihm ehrlich eine schöne Alternative anzubieten — etwas, das uns beiden Freude macht. Je mehr Kreativität und Freude wir dabei einbringen, desto eher kann sich die Bedeutung einer Situation verändern.

Auch ruhige Momente können dabei helfen. Vielleicht setzt man sich unterwegs einfach einmal zu seinem Hund, nimmt sich Zeit für Nähe und verwöhnt ihn mit seinen Lieblings-TTouches. So entsteht Entspannung und Verbindung.

Und vielleicht verliert das Auto dann mit der Zeit tatsächlich ein wenig an Bedeutung — nicht, weil der Hund davon abgelenkt wurde, sondern weil der gemeinsame Weg dorthin selbst zu etwas Schönem geworden ist. 

Selbstverständlich gilt dieses Prinzip für alle Situationen, in denen der Hund ganz dringend irgendwo hin möchte und wir ihm trotz aller Tellington Tools noch nicht erklären konnten, an lockerer Leine zu laufen.


Katja’s nächste Veranstaltungen

Tellington TTouch online – jede Woche – Schnupperstunde kostenlos

Gemeinsames ttouchen und kennen lernen der Tellington Methode unter Anleitung von Katja Krauß

https://www.greh.de/angebote/tellington-ttouch-online


ttouch-n-click Trainer (Hunde oder Katzen) Ausbildung

https://www.ttouch-n-click.de/anmeldung/basis-hund

https://www.ttouch-n-click.de/anmeldung/katze


HUNDGESTÜTZT für Pädagogen, Therapeuten und Andere, die ihren Hund in ihrem beruflichen Umfeld einsetzen wollen

www.hundgestuetzt.de


Spürhundausbildung – jeder Zielgeruch ist möglich

Wer sich intensiv mit der Spürhundasubildung beschäftigen möchte ist hier richtig. Spaß für Halter und Hund – Anfang Januar online.

www.schimmelsuchemithund.de


Loving Animals

Der Kurs überträgt die Gewaltfreie Kommunikation nach M. Rosenberg auf den Umgang Hunde und andere Tiere.

Melde dich zum Newsletter an und erhalte ein kleines Quiz.

www.lovinganimals.de


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Gut beobachtet, passend gemanaged

Gast Blogbeitrag von Lina Grobecker (ttouch-n-click Trainerin aus Deutschland)

Mein Hund Willi kam im März 2025 aus Rumänien zu uns. Mit knapp zwei Jahren lernte er die Welt neu kennen – zuvor vermutlich Straßenhund, dann in einer Tötungsstation. Seine charmante, menschenbezogene Art machte ihn schnell zum Rohdiamanten: Er liebt unsere Kinder, passt sich unserem Alltag an und kann problemlos alleine bleiben.

Allerdings war Autofahren für ihn lange ein Problem. Trotz Training und TTouches bellte er bei jeder Hundesichtung lautstark. Zuhause suchte er bei Stress Schutz unter Bänken oder dem Bett – ein Hinweis darauf, dass er Geborgenheit und einen geschützten Rückzugsort braucht.

Die Lösung war schließlich eine Hundebox. Zwar mit Kosten und Aufwand verbunden, passte sie perfekt zu Willis Bedürfnissen. Wir führten sie behutsam ein: füttern in der Box, Tür kurz schließen, wieder öffnen, rauslassen. Eine Woche später die erste Fahrt – und seitdem fahren beide Hunde entspannt mit.

Dabei haben wir durchaus überlegt, ob eine Hundebox für uns überhaupt die richtige Lösung ist. Meine vorherigen Hunde fuhren problemlos im Kofferraum unseres Vans mit, und ich fand es immer praktisch, den Platz flexibel nutzen zu können. Mit der Box ist das etwas umständlicher, denn sie muss herausgenommen werden, wenn wir den Stauraum benötigen. Trotzdem überwiegen für uns die Vorteile deutlich: Die Autofahrten verlaufen harmonisch, beide Hunde sind entspannt und wir kommen stressfrei ans Ziel.

Die Box war kein Trainingswunder, sondern die passende Managementmaßnahme. Hätte sie nicht funktioniert, wäre das völlig in Ordnung gewesen – wir hätten einfach eine andere Lösung gefunden. Management ist wie ein Puzzle: beobachten, ausprobieren, anpassen. Kleine Veränderungen können das Leben des Hundes enorm erleichtern und neue Erwartungshaltungen schaffen.

Heute freue ich mich über jede Autofahrt: entspannt ans Ziel, glücklich unterwegs. Gutes Management berücksichtigt das individuelle Bedürfnis des Hundes – und nicht nur die Bequemlichkeit der Halter.


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