Tellington TTouch Verein Deutschland e.V.
Offizielle Seite der zertifizierten Lehrer*innen der Tellington TTouch® Trainingsmethode in Deutschland

Die Ponys haben Angst vor Hunden

Blogbeitrag von Anke Recktenwald (Tellington Instruktorin für Menschen aus Deutschland)

„Die Ponys haben Angst vor Hunden“, erklärten die beiden Mädchen, die mit ihren wundervollen, 27 und 30 Jahre alten Ponys zum Tellington-Kurs gekommen waren, als sie die beiden großen Hunde einer Teilnehmerin sahen.

Und tatsächlich: Die Ponys bekamen große Augen.. Das Reitpony war entspannter, während die Islandstute mit hoher Kopfhaltung die Hunde nicht aus den Augen ließ. Sie dachte: “Wölfe = Gefahr.”

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Kursorganisatorin Julia Krompholz hatte bereits zum 13. Mal einen Tellington-Kurs in ihrem privaten Zwei-Pony-Stall in Dörverden organisiert und die Mädchen eingeladen. Mit ihrer Erfahrung in der Tellington-Methode war sie eine wundervolle Unterstützung für die Mädchen.

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Die Beiden waren schon öfter bei Kursen zu Besuch, diesmal erstmals Teilnehmende mit ihren eigenen Ponys.

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Zunächst wurden die Hunde angeleint und auf Abstand gebracht. Wir übten verschiedene TTouches und führten die Ponys in den Führpositionen durch den Tellington-Lernparcours. Dabei achteten wir genau darauf, was ihnen gefiel und sie entspannte.

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Die jüngere der beiden Mädchen, gerade einmal acht Jahre alt, war anfangs besorgt, dass die Ponys nervös werden könnten. Sie konnte sich wunderbar in die Tiere einfühlen. Schnell erkannte sie, dass wir die Ponys nicht unter Druck setzten und darauf achteten, dass es allen gut ging. Alle vier fühlten sich schnell wohl.

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Nach der ersten Einheit TTouches wirkten die Ponys bereits auf dem Paddock deutlich entspannter. So näherten wir uns langsam mit den freundlichen Riesen.

Und siehe da: Die Ponys blieben entspannt. Aus Angst wurde Neugier. Ihre Haltung zeigte, wie intelligent sie jetzt mit der neuen Situation umgingen.

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Eine Grundlage der Tellington-Methode ist: Je besser das Körpergefühl, desto angemessener die Handlungen. Das veränderte Körpergefühl eröffnete den Ponys die Möglichkeit, die Hunde wahrzunehmen, zu denken und zu erkennen, dass keine Gefahr droht. So wurde für alle sichtbar, wie die Methode wirken kann.


Anke’s nächste Veranstaltungen


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„Gewalt beginnt, wo Wissen endet.“ Teil 2

Pferdekopf

(Fortsetzung vom 17.09.26)

Blogbeitrag von Ingrid Wild (Tellington Instruktorin für Pferde aus Deutschland)

Wissen verändert, was wir sehen.

Hier schließt sich für mich der Kreis zu Linda Tellington-Jones und der Tellington TTouch® Methode und der zentralen Haltung der Tellington-Philosophie – zuhören, Ursachen suchen, Bewusstsein entwickeln und das Pferd als Partner wahrnehmen –


„ Gewalt beginnt, wo Wissen endet.“

Je mehr wir über Pferde wissen, desto genauer wird unser Blick. Wir wissen heute sehr viel mehr über Schmerz, Stress, Angst, Lernen, Motivation, Biomechanik und die sozialen Bedürfnisse von Pferden als noch vor einigen Jahrzehnten.
 Wir wissen, dass Pferde nicht einfach „funktionieren“, sondern komplexe Lebewesen mit individuellen Erfahrungen und Bedürfnissen sind.
 Wir wissen, dass Verhalten eine Ursache hat.
Und trotzdem wird an manchen Trainingspraktiken festgehalten, nur weil sie schon immer so gemacht wurden.

Wissen allein verändert noch nichts.

Es verändert erst dann etwas, wenn wir bereit sind, unser eigenes Handeln daran zu messen.

Wir müssen Fragen stellen wie: Braucht das Pferd diese Einwirkung wirklich? Was empfindet das Pferd dabei? Was lernt es daraus? Könnte ich dasselbe auch mit weniger Druck erreichen? Was würde ich tun, wenn mein Pferd mir verbal sagen könnte, was es gerade empfindet?

Und vielleicht die unbequemste Frage: Würde ich diese Handlung noch als akzeptabel empfinden, wenn sie heute zum ersten Mal in den Pferdesport eingeführt würde?

Normal ist nicht automatisch pferdegerecht

Wir sollten vorsichtig sein mit dem Wort „normal“, denn Normalität ist keine ethische Kategorie. Nur weil etwas häufig vorkommt, wird es dadurch nicht richtig.
 Nur weil etwas auf vielen Turnierplätzen zu sehen ist, bedeutet es nicht, dass es dem Pferd gut tut.
 Nur weil eine Trainingsmethode seit Jahrzehnten praktiziert wird, bedeutet das nicht, dass wir sie nicht neu bewerten dürfen. 
Und nur weil ein Pferd eine Einwirkung aushält, bedeutet das noch lange nicht, dass sie für das Pferd gut ist.

Wir brauchen im Pferdesport deshalb eine neue Art von Professionalität.
 Eine Professionalität, die nicht daran gemessen wird, wie viel ein Pferd aushält, sondern daran, wie gut wir es verstehen.

Nicht daran, wie schnell ein Pferd funktioniert, sondern daran, wie nachhaltig es lernt.

Nicht daran, wie vollständig wir Kontrolle erreichen, sondern daran, wie viel Vertrauen und Selbstständigkeit entstehen.

Veränderung beginnt genau hier und die spannende Frage lautet:
 „Welche Dinge tue ich mit meinem Pferd, die ich nicht als Gewalt erkenne – weil ich sie als normal gelernt habe?“

Diese Frage kann unbequem sein. Aber sie kann auch unglaublich wertvoll sein, denn sie eröffnet die Möglichkeit, genauer hinzusehen. Mehr zu lernen. Alte Überzeugungen zu überprüfen. Das Pferd wieder stärker als fühlendes, denkendes Gegenüber wahrzunehmen. Und vielleicht unsere persönliche Baseline ein kleines Stück zurückzuverschieben – dorthin, wo wir wieder sensibler werden für die feinen Signale unserer Pferde.

Denn am Ende geht es nicht darum, Schuldige zu finden. 

Es geht darum, Wissen in Verantwortung zu verwandeln.


Ingrid’s nächste Veranstaltungen:

www.wild-pferd.com

17./18. Oktober 2025
Tellington TTouch® und Reiten in 67808 Schönborn
Anmeldung bei Isabelle Tschöpke, Email: isabelle.tschoepke@gmx.de

Practitioner Ausbildung Pferde:
2. Modul:  30.März – 4.April 2027
https://www.wildundschnell.com/anmelden/
auch mit eigenem Pferd



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Die Spielen doch nur!

Blogbeitrag von Daniela Zurr (Tellington Instruktorin für Kleintiere und Menschen aus Deutschland)

Jeder Hundemensch hat diesen Spruch schon mal gehört, aber wie oft stimmt er wirklich?

Ich unterrichte gerade eine Weiterbildung für indische Tierärzte. Diese lernen im Studium kaum etwas über die Körpersprache und das Normalverhalten von Hunden und Katzen. Es war ein Aha-Erlebnis für mich, wie sehr sie schon nach dem Anschauen den ersten Webinaren zur Körpersprache von Hunden und Katzen, Situationen völlig anders einschätzten als zuvor. 

Plötzlich sahen sie in vielen Situationen statt fröhlichem Spiel eine Interaktion, die einem Tier von einem anderen aufgezwungen wurde. Spiel wird in der Wissenschaft kompliziert definiert, aber wir können uns sicher alle darauf einigen, dass Spiel durch Freiwilligkeit und Flexibilität gekennzeichnet ist.

Die erste Säule der Tellington-Methode die neutrale Beobachtung ermöglicht uns, immer besser im Wahrnehmen kleiner Details der Körpersprache zu werden. Wohin geht der Schwerpunkt der „spielenden“ Tiere, ist ein Partner immer auf Rückzug und der drängt den Kontakt auf oder sehen wir regelmäßige Pausen und Rollenwechsel?

Bieten sie Unterstützung und Pausen an, wenn sie den Eindruck haben, dass dies für einen Spielpartner hilfreich wäre. Und erwarten sie nicht, dass ihr Hund den gleichen Spielstil hat, wie sie. Sowohl Menschen als auch Hunde unterscheiden sich erheblich, in ihren Spielvorlieben.

Beobachten sie ihren Hund in Interaktionen mit unterschiedlichen Menschen und Tieren: Wann ist sein Körper locker, seine Mimik entspannt und er sucht immer wieder Kontakt? Wenn sie die Möglichkeit haben, nehmen sie mal eine Spielsequenz auf und schauen sich diese in Zeitlupe an. Vielleicht entdecken sie ganz neue Informationen?

Viel Freude beim Spielen mit ihren Tieren und beim Spiel beobachten!


 

Daniela's nächste Veranstaltungen


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Für die Schweiz

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Manchmal darf man groß denken!

​Blogbeitrag von Bibi Degn (Tellington Instruktorin für Hunde, Kleintiere und Pferde aus Spanien)

Mein großer Gedanke war damals: Die Qualität der Tellington TTouch® Methode soll auch im Sattel spür- und sichtbar werden.

Was wir mit TTouch und der Bodenarbeit im Tellington Lernparcours vorbereiten – Vertrauen, Balance, Beweglichkeit und ein echtes Miteinander, das wollen alle beim Reiten weiterführen. Dazu brauchen wir reiterliche Fähigkeiten, die dem Pferd ermöglichen, sich unter uns gut zu organisieren und die Bereitschaft, immer wieder bei uns selbst anzufangen.

Mit diesem Wunsch habe ich vor vielen Jahren Peggy Cummings in die Tiere-Akademie Deutschland eingeladen. Ich suchte nach einer Reitweise, die unseren Anspruch an einen achtsamen Umgang mit dem Pferd verwirklicht. Auf Empfehlung von Robyn Hood habe ich in Connected Riding® dafür einen wertvollen Weg gefunden.

Ich freue mich sehr darüber, wie viele Tellington-Lehrerinnen diesen Weg aufgreifen und ihre Kenntnisse durch eine Connected-Riding-Ausbildung erweitern. Meine herzliche Gratulation gilt diesmal den neuen Absolventinnen Ela Alper, Franca Kersting, Emilia Wild, Isa Tschoepke und Maike Schaumberger sowie Annalena Kuhn!

Die Connected Ausbildung verlangt einiges: eigene Gewohnheiten hinterfragen, Muster verändern, genau wahrnehmen, geduldig weiterlernen. Das ist gerade dann anspruchsvoll , wenn man seit vielen Jahren reitet und unterrichtet.

Connected Riding richtet den Blick auf Grundlagen, die uns ein Reiterleben lang begleiten: Wie organisieren wir unseren Körper? Wie können wir UNSERE Spannungsmuster loslassen? Wie beeinflussen unsere Aufrichtung und unser Kontakt die Balance und die Bewegungsmöglichkeiten des Pferdes?

Biomechanische Zusammenhänge, die in Büchern und Grafiken nachvollziehbar erscheinen, werden dabei im eigenen Körper erfahrbar und verändern die Art, wie wir das Pferd beim Reiten begleiten.  

Darin sehe ich auch die wertvolle Verbindung mit Tellington. Wir schulen unsere Wahrnehmung, erweitern Bewegungsmöglichkeiten und suchen nach Bedingungen, unter denen Lernen leichter wird. Im Sattel gehört unser eigener Körper noch mehr als vom Boden unmittelbar zu diesen Bedingungen.

Danke an euch alle, die ihr euch auf diesen Lernweg eingelassen habt – mit Ausdauer, Neugier und der Bereitschaft, euch auf Neues einzulassen. Ihr tragt dazu bei, dass die Qualität der Tellington-Arbeit auch im Reiten immer deutlicher sichtbar und fühlbar wird.

Und danke an Peggy Cummings: für ihren außergewöhnlichen Blick auf Mensch und Pferd, ihre Fähigkeit, Wege zu mehr Balance und freierer Bewegung erfahrbar zu machen, und ihren unermüdlichen Einsatz für Pferde und gutes Reiten. Und ganz persönlich: Danke dafür, dass du bist, wie du bist – einzigartig und liebenswert.

Manchmal darf man groß denken. Und dann braucht es Menschen, die diesen Gedanken mit Leben füllen.


Bibi’s nächste Veranstaltungen:

Termine der Tiere-Akademie

Tellington Intensiv-Seminare Hund

28.4. – 2.5.2027 im Pfotenhof Mönchengladbach
Zum ersten Mal unterrichtet Tina Constance in Deutschland, Instruktorin aus England mit ihrer reichen  Unterrichts-Erfahrung aus asiatischen Ländern und aus ihrer langjährigen Kooperation mit unserer verstorbenen Kollegin Sarah Fisher, sowie mit Debby Potts. Tina wird übersetzt von Edna Peters.
Das Herbstmodul 2027 ist wieder deutschsprachig, 28.9. – 2.10. 2027 mit Doris Prinstinger mit den Inhalten: Trainieren, erzielen, der Kundenwunsch und das Ziel.

pferdgestützt 

Info-Veranstaltung: 6.11.2026 online; 

Die von der ISAAT international anerkannte Weiterbildung für tiergestützte Interventionen mit Pferden, 1‑jährige Weiterbildung für Expertise in pferdegestützten Interventionen, die Menschen stärkt und gleichzeitig das Wohlbefinden der Pferde in den Mittelpunkt stellt. Der nächste Lehrgang beginnt im März 2027.

Tellington Intensiv-Seminare Pferd

23.4. – 27.4.2027 Eulenmühle Ingelheim

Bitte beachte die Terminänderung!
Robyn Hood, Leiterin der Tellington Ausbildung weltweit, leitet das 5-tägige Intensiv-Seminar. Kolleginnen ab Practitioner 1 erhalten wie immer von der Tiere-Akademie eine  50 % Ermäßigung auf die Teilnahmegebühr und eine wertvolle und anrechenbare Weiterbildung. Wir suchen noch eine Übersetzerin für das Seminar. 

Im Frühjahr 2027 bieten wir dir wieder den bewährten und intensiven Pferde-Ausbildungskurs online der Tiere-Akademie an. Für den Herbst 2027 ist das Modul „Schmerz und Adaption” Tellington beim Erkennen und Begleiten ‘unrunder’ Pferde vorgesehen – mit Jessi Stieler und Bibi Degn, 21.09.2027 bis 25.09.2027. Für Pferdehalter:innen und Tellington-Ausbildung Teilnehmenden, die lernen wollen hinzuschauen, bevor sie trainieren, – und mit TTouch konkret etwas zu tun.


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Ich respektiere deine grauen Haare

Blogbeitrag von Sylvia Haveman (Tellington Instruktorin für Hunde, Kleintiere und Pferde aus den Niederlanden)

In meiner Jugend, in den 1960er-Jahren, gab es in den Niederlanden ein bekanntes Lied mit diesem Titel. Es war eine Ode an die älteren Menschen und brachte Respekt vor dem Alter und der darin gesammelten Lebenserfahrung zum Ausdruck. Im deutschsprachigen Raum ist das Lied unter dem Titel „Ich hab Ehrfurcht vor schneeweißen Haaren“ bekannt.

Dieses Lied und dieser Satz kommen mir oft in den Sinn, wenn ich einem älteren Hund begegne und seine wunderschön ergraute Schnauze und die anderen Zeichen des Alters sehe. Ich kann gar nicht genug Wertschätzung für diese alten Hunde empfinden – für ihre weisen Schnauzen, ihre ruhigen, aufmerksamen Blicke und die Lebenserfahrung, die sie ausstrahlen.

Gerade bei älteren Hunden ist es etwas ganz Besonderes, ihnen zu zeigen, wie sehr wir sie schätzen und lieben – auch dann, wenn vieles nicht mehr so selbstverständlich funktioniert wie früher: wenn sie nicht mehr so leichtfüßig laufen, weniger verspielt sind, körperliche Beschwerden oder Lahmheiten entwickeln oder wenn jüngere Hunde in der Familie mehr Zeit und Aufmerksamkeit benötigen.

Regelmäßige Tellington-TTouch-Einheiten können dabei in vielerlei Hinsicht wohltuend sein. In einer Familie mit mehreren Hunden sollte unsere Aufmerksamkeit ganz bewusst auch dem Senior gelten. Die verschiedenen TTouch-Berührungen können ein Gefühl von Wohlbefinden vermitteln und zur Entspannung beitragen.

Wenn ein Hund beispielsweise Arthrose in einem oder mehreren Gelenken entwickelt, können gezielte, achtsame Berührungen einen warmen und entspannenden Kontakt schaffen. Sie können dazu beitragen, Verspannungen und Steifheit zu lösen und Schmerzen zu lindern. Durch die Entspannung kann die Atmung tiefer und ruhiger werden, während gleichzeitig das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit wächst.

Und vor allem entsteht dabei etwas, das mindestens genauso wertvoll ist: Die Verbindung zwischen Ihnen und Ihrem Hund kann noch enger werden.

Dann geht es nicht mehr nur um Respekt vor den grauen Haaren – sondern auch um die Freude und Dankbarkeit darüber, sie zu sehen.


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Was mich jetzt auch noch zu TTouch for You geführt hat

Gast Blogbeitrag von Susanne Keunecke (ttouch-n-click Trainerin für Hunde aus Deutschland)

Plötzlich Atemnot

Rund um Ostern bekam meine älteste Tochter erstmals akute Atemprobleme, die mit Panikattacken einhergingen. Die Angst zu ersticken und das Gefühl, keine Luft zu bekommen, kamen völlig unerwartet während eines gemeinsamen Urlaubs, in dem sie gerade eine Bronchitis auskurierte.

Der erste Besuch beim Lungenfacharzt an ihrem Wohnort brachte keine Diagnose. Stattdessen bekam sie lediglich zu hören: „Sie sind jung, das bilden Sie sich nur ein.“

Doch die Beschwerden blieben und wurden häufiger: plötzlich auftretende Atemnot, stechende Schmerzen im Bereich der Lunge und das Gefühl, nicht tief einatmen zu können. Auch meine Tochter selbst führte die Symptome zunächst auf ihre psychische und körperliche Belastung zurück.

Unterstützung mit der Tellington-Methode

In dieser schwierigen Zeit suchte sie meine Unterstützung. So begannen wir nachts gemeinsam zum Herz-TTouch zu atmen, bis sie wieder freier durchatmen und einschlafen konnte. Unter anderem zeigte ich ihr, wie sie versuchsweise ein Tellington-Körperband anlegen konnte, um ihre Wahrnehmung auf den nicht schmerzenden Teil der Lunge zu lenken. Oder wir ttouchten uns zeitgleich mit kleinen Waschbär-TTouches unterhalb des Rippenbogens, um dem Zwerchfell wieder mehr Raum zu geben.

Außerdem wollte ich ihr vermitteln, dass sie ihrem eigenen Gefühl vertrauen durfte: Dass etwas nicht stimmte, auch wenn bisher niemand eine Erklärung dafür gefunden hatte.

Endlich eine Diagnose

Schließlich fand sie bei einem Lungenfacharzt unseres Vertrauens die richtige Anlaufstelle. Die Diagnose: allergisches Asthma aufgrund einer Hausstaubmilbenallergie.

Seitdem ist sie in Behandlung. Wir haben zuhause und unterwegs neue Routinen entwickelt, um die Belastung durch Hausstaubmilben zu reduzieren. Inzwischen geht es ihr wieder gut. Bei Asthmaanfällen hat sie zusätzlich zu ihrem Notfall-Spray weiterhin die Möglichkeiten der Tellington-Methode bei sich. Sie geben ihr das Gefühl, nicht völlig hilflos zu sein, und unterstützen sie dabei, sich selbst wahrzunehmen und belastende Situationen besser zu regulieren.

Warum ich TTouch for You lernen möchte

Meine Tochter sagt selbst, dass sie die vier Monate mit den mehrmals täglich auftretenden, unerkannten Asthmaanfällen ohne die Herz-TTouches und die anderen Hilfen aus der Tellington-Methode nicht überstanden hätte: „Es war das einzige, was mir geholfen hat.“

Für mich waren diese Monate deshalb sehr prägend – und letztlich der Auslöser für meinen Wunsch, auch noch mehr über TTouch for You zu lernen und die Ausbildung zu beginnen.

Was mir in dieser Zeit erneut deutlich geworden ist: Eine achtsame, entspannende Berührung, eine kleine körperliche Unterstützung für die Selbstwahrnehmung oder einfach das Gefühl, mit seiner Angst nicht allein zu sein, kann einen wichtigen Unterschied machen. Und manchmal bedeutet Hilfe auch, einen Menschen darin zu bestärken, seinem eigenen Körpergefühl zu vertrauen und so lange weiterzusuchen, bis die Ursache gefunden wird. Und letztendlich gilt dies für die von mir behandelten Tiere ebenso wie für Menschen.


Susanne’s Homepage

https://dr.keunecke.de/


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LEBEN BEGEGNET LEBEN

Blogbeitrag von Lisa Leicht (Tellington Instruktorin für Menschen und Kleintiere aus der Schweiz)

„Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.“ – Albert Schweitzer

Dieser Satz begleitet mich schon lange. Je länger ich mit der Tellington-Methode arbeite, desto stärker spüre ich, wie tief er mit meiner Arbeit – und mit mir selbst – verbunden ist.

Seit 1996 begleitet mich Tellington TTouch und ich frage ich mich manchmal: Was bleibt, wenn man all die Techniken, Übungen und Erfahrungen beiseite lässt?

Meine Antwort wird immer klarer:

Es ist die Art, wie wir einander begegnen.

Ganz gleich, ob ein Tier oder ein Mensch vor mir steht, sehe ich nicht zuerst ein „Problem“, das gelöst werden muss. Ich sehe ein lebendiges Wesen. Ein Wesen, das wahrnimmt, fühlt, Erfahrungen gemacht hat und versucht, in seiner Welt zurechtzukommen.

Und dann frage ich mich:

Bin nicht auch ich genau das?

Auch ich bin Leben. Auch ich nehme wahr, fühle, habe meine Geschichte, meine Erfahrungen, meine Grenzen und meine Wünsche.

Damit verändert sich die Begegnung.

Ich bin nicht einfach die Instruktorin, die weiss, was für das andere Lebewesen richtig ist. Ich stehe nicht ausserhalb des Geschehens.

Leben begegnet Leben.

Vielleicht liegt genau hier die Verbindung zwischen Albert Schweitzers „Ehrfurcht vor dem Leben“ und der Tellington-Methode.

Für mich bedeutet sie:

Spüren statt Machen.

Ich muss nicht sofort etwas verändern. Ich kann innehalten, wahrnehmen, mit meinen Händen lauschen und beobachten, was sich in diesem Moment zeigt. Und während ich wahrnehme, verändert sich manchmal auch etwas in mir.

Ich werde ruhiger. Aufmerksamer. Ich entdecke vielleicht meine Ungeduld oder meinen Wunsch, etwas erzwingen zu wollen.

Nach fast 30 Jahren Tellington habe ich gelernt, nicht immer zuerst zu fragen:

Was stimmt hier nicht?

Sondern:

Was ist hier?
 Was nehme ich wahr?
 Was geschieht gerade in mir?

Vielleicht ist das heute das Herz meiner Arbeit als Tellington-Instruktorin für Menschen und Kleintiere:

Nicht:

„Ich weiss, was du brauchst.“

Sondern:

„Ich bin bereit, dir wirklich zu begegnen.“

Denn auch ich bin Leben, das leben will.

Und du bist Leben, das leben will.

Du bist nicht weniger. Du bist nicht mehr.
 Du bist mein Gegenüber – Leben, das leben will, wie ich.

Wir müssen nicht einer den anderen verändern.

Wir dürfen wahrnehmen, spüren und uns begegnen.

Leben begegnet Leben.


 

Lisa’s nächste Veranstaltungen

15. – 18. Oktober 2026: TTouch for You in Nürnberg, Körperarbeit für Wohlbefinden, Konzentration und leichteres Lernen, Basismodul,

 https://ttouchforyou-bayern.de

 

  1. – 26. Oktober 2026: Online Intensivkurs “Wie Tellington TTouch den Vagusnerv stärkt – und deinen Hund ins  Gleichgewicht bringt” Diese Veranstaltung zählt für die Practitionerausbildung.

https://tellington.at/kurse-fuer-die-ausbildung/

 

30.10 – 01.11. 2026: TTouch for You  Practitioner-Ausbildung in Bad Vöslau bei Wien, https://tellington4you.at/termine/

 

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Silvesterangst – wenn Hände Sicherheit schenken

Blogbeitrag von Karin Petra Freiling (Tellington Instruktorin für Menschen und Kleintiere aus Deutschland)

Wenn ein Hund an Silvester in Panik gerät, dann braucht er für mich Sicherheit. Ein panischer Hund läuft oft nicht deshalb herum, weil er eine gute Lösung sucht. Er läuft, weil sein Körper im Fluchtmodus gefangen ist. Er rennt von einem Ort zum nächsten, sucht einen Ausweg, findet keinen – und gerät dabei immer tiefer in sein Muster.

Genau dann empfinde ich es als meine Pflicht ihm zu zeigen dass ich für ihn da bin.

Zunächst bringe ich mich mit den „magischen 3 TTouches“ ( Heart Hug, Ohren-TTouch, Mund-TTouch) selbst zur Ruhe, dann rahme ich ihn ein. Ich setze mich zu ihm und  beginne ruhig und klar mit den Basis-TTouches.

Einladend, liebevoll und weich um seinem Körper eine neue Information zu geben:

Du musst nicht weiter fliehen. Ich bin da. Du bist sicher.

Und ich glaube, genau das wird oft missverstanden: Ein Hund muss Berührung nicht schon vorher genießen, damit Berührung ihm helfen kann.

Manchmal entsteht Vertrauen erst durch die richtige Berührung.und unsere Tellington TTouch Methode bietet uns da eine wertvolle Schatzkiste an Möglichkeiten.  

Unsere Blossom hat mir das wieder einmal ganz deutlich gezeigt. Als sie zu uns kam, war sie tief in ihrem Panik- und Fluchtmuster gefangen. Hätte ich gewartet, bis sie freiwillig Nähe sucht, wären wir vermutlich lange keinen Schritt weitergekommen und sie würde noch immer zusammengekauert mit weit aufgerissenen Augen in der Ecke liegen. Ich habe sie sanft mit ihr gesprochen, sie eingerahmt, gettoucht ( zunächst in der Luft) und ihr mit meinen Händen Sicherheit gegeben.

Heute genießt sie Berührung. Heute sucht sie unsere Nähe. Ihr Blick ist weicher geworden. 

Und jedes Mal berührt mich das tief. Was mich als Biologin besonders freut ist dass wir das Ganze auch wissenschaftlich untermauern können. 

Ich hatte das große Glück  selbst bei Anna Wise zu lernen und an den faszinierenden Untersuchungen mit dem Mind Mirror teilnehmen zu dürfen. Immer wieder konnten wir sehen, dass bereits nach wenigen Basis-TTouch-Kreisen der sogenannte Awakened Mind State entsteht. Auch unsere eigenen Messungen zeigen nach kurzer TTouch-Arbeit Veränderungen in Richtung idealer Gehirnwellenkonstellation und Herzkohärenz. Beides versetzt das Tier in die Lage wieder zu denken statt „außer sich“ zu sein vor Panik. 

Das alles funktioniert in der Theorie und in der Praxis. Ich sehe es in jedem einzelnen Hund vor mir, immer wieder,  jedes Jahr in meinen Silvestervorbereitungskursen. 

Ich sehe, wie die Atmung ruhiger wird. Wie sich der Blick verändert. Wie der Körper langsam weicher wird. Wie die Stressreaktion nachlässt und Oxytocin, Nähe und Sicherheit wieder mehr Raum bekommen.

Darum beginnt Tellington TTouch -Silvestertraining bereits 3 Wochen vor dem 31. Dezember. Mit Berührung. Mit gezielten TTouches. Mit Tellington Körperbändern und oder dem Thundershirt.Mit Ruhe. Mit Vertrauen. Mit einem Menschen, der zum Fels in der  Brandung wird und sagt:

Ich bleibe bei dir. Ich helfe dir da durch.

Und wenn die Welt draußen laut wird, darf mein Hund spüren:

Hier sind Hände, die mich halten.

Hier ist ein Herz, das bei mir bleibt.

Hier bin ich sicher. 💝


Karin’s nächste Veranstaltungen

www.karinpetrafreiling.de

Besucht uns auf der Hund und Pferd in Dortmund vom 6.-8.11. sind wir dort mit Präsentationen und Messestand für Mensch und Tier vertreten.


Wochenendseminar – Verhalten von Hunden und Erziehungsmöglichkeiten

Datum: 28. – 29.11.2026

Das zweitägige Seminar vermittelt einen ganzheitlichen Ansatz zur Hundeerziehung, basierend auf natürlicher Kommunikation, Aktivität und Berührung. Am ersten Tag werden die Grundlagen der Hundepsychologie behandelt, einschließlich Instinkte, Motivation und Körpersprache, um Verhaltensprobleme wie Angst oder übermäßiges Bellen besser zu verstehen. Dabei stehen positive Verstärkung, klare Kommunikation und konsequentes, aber faires Setzen von Grenzen im Fokus. Der zweite Tag vertieft das Gelernte mit praxisnahen Übungen, darunter die Analyse und Korrektur von Problemverhalten, Begegnungstraining und Desensibilisierung. Zudem wird die Bedeutung von Impulskontrolle, Entspannung und Berührungstechniken wie Tellington TTouch® für die Erziehung hervorgehoben. • Praktische Übungen zur Förderung von Gelassenheit und Bindung runden das Seminar ab, das mit einer Reflexionsrunde und der Zertifikatsvergabe abschließt.


ttouchforyou-bayern.de


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Weniger ist mehr

Blogbeitrag von Katja Krauß (Tellington Instruktorin für Kleintiere aus Deutschland)

Bei Vorträgen oder auch im Alltag fällt mir immer wieder etwas auf: Viele Menschen tun sich schwer damit, Inhalte kurz und klar weiterzugeben.

Dabei sollte berücksichtigt werden, dass nicht jede Information, die wir vermitteln, auch tatsächlich im Kopf unseres Gegenübers ankommt. Und trotzdem scheint es verlockend, möglichst viel Wissen, möglichst viele Gedanken und möglichst viele Details weiterzugeben.

Besonders spannend finde ich das bei Menschen, die gerade etwas Neues gelernt haben. Die Begeisterung ist groß – und am liebsten soll sofort alles geteilt werden, was gerade entdeckt wurde. Verständlich. Und gleichzeitig oft gar nicht so hilfreich.

Denn eine Fülle von Informationen macht das Lernen nicht unbedingt leichter. Häufig bleibt gerade dann weniger hängen. Ein oder zwei Gedanken, die Raum bekommen und wirklich verstanden werden, können nachhaltiger wirken als ein ganzer Vortrag voller Wissen.

Für mich fühlt es sich deshalb manchmal so an, als geriete beim Reden oder Schreiben das eigentliche Ziel aus dem Blick: Es geht nicht darum, möglichst viel von unserem Wissen weiterzugeben. Es geht darum, dem Gegenüber die bestmögliche Chance zu geben, etwas mitzunehmen.

Je länger ich unseren erfahrenen Tellington Instruktorinnen zuhöre, desto beeindruckender finde ich diese Fähigkeit. Mit erstaunlich wenigen Worten können sie unglaublich viel sagen.

Manchmal ist es nur ein einziger Satz, der nach einer intensiven Lernwoche hängen bleibt. Ein Satz, über den später noch nachgedacht wird. Ein Satz, der einen  vielleicht sogar bis ans Lebensende begleitet.

Dann hat sich diese Lernwoche mehr gelohnt als mit einem Kopf voller Wissen, das schon bald von vielen anderen Informationen überschrieben wird.

Ich liebe dazu einen Satz von Gandhi:

„Rede, wenn es die Stille verbessert.“

Diesen Gedanken nehme ich auch mit in das Schreiben.

Vielleicht lohnt sich deshalb vor dem nächsten Kundenbesuch, Blogbeitrag oder auch einfach der Ansprache ans Kind oder den Partner eine kleine Pause:

Was davon braucht es wirklich?

Denn vielleicht ist die wertvollste Information manchmal nicht die, die am meisten Raum einnimmt.

Vielleicht ist es die, die Raum schafft.

Für einen Gedanken.
Für eine eigene Erfahrung.
Für etwas, das nachklingen darf.


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Bitte, Danke und andere Höflichkeiten

Blogbeitrag von Doris Prinstinger (Tellington Instruktorin  für Kleintiere aus Österreich)

Beim Tellington TTouch Training arbeiten wir viel mit Bildern. 

Ich habe zum Beispiel einen sehr schönen Drachenschwanz mit bunten, schillernden Schuppen, der mich stabilisiert und in Balance bringt.

Wir kreieren auch Bilder in unserem Kopf von Situationen, die wir gerne ändern möchten und stellen uns das Wunschergebnis so detailgetreu wie möglich vor.

Zusätzlich zu den Bildern, die ja in uns und nicht sichtbar für andere entstehen, gibt es noch das gesprochene Wort.

Auch Achtsamkeit in der Sprache macht einen erheblichen Unterschied. Wie ich etwas formuliere, hat Auswirkungen auf das Ergebnis.

Ich hätte von mir behauptet, schon sehr achtsam und höflich im Umgang mit Menschen und natürlich mit den Tieren im Allgemeinen und meinem Hund im Besonderen (einfach weil wir so viel Zeit miteinander verbringen) zu sein.

Ein „kannst du dich bitte hinsetzen“ ist für mich normal. Ich bedanke mich auch wenn es die Situation erfordert. Ich empfinde es als einen Akt der Höflichkeit im Umgang den Hunden nicht einfach Signale hinzu schmettern. Da macht eben der Ton die Musik.

Also – ich dachte, ich wäre schon ziemlich gut und dann höre ich etwas, das mich sehr nachdenklich gestimmt hat.

Folgende Situation: der Hund bellt im Garten, weil irgendetwas aufregendes passiert ist und ich höre „…….würde es dir helfen, wenn du rein gehst?“

WOW! Ich hätte vermutlich gesagt: „kannst du bitte aufhören zu bellen, weil sonst musst du rein gehen.“

Ja, schön höflich „bitte“ gesagt und dann folgt doch eine „Drohung“. Die ganze Höflichkeit futsch – pro forma sozusagen. 

Ich kann jetzt nicht sagen, wie sich der Unterschied in der Aussage genau auf den Hund auswirkt. Was sich in mir ändert, kann ich aber sagen. Obwohl, es ist eigentlich eher mein Gefühl dabei. Daher denke ich, dass die Botschaft, die beim Hund ankommt, sich auch wesentlich unterscheidet.

Zukünftig möchte ich noch genauer hinhören und die Reaktionen darauf beobachten. Ich bin neugierig.


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