Ausbildungsunterlagen für TeilnehmerInnen der offiziellen Tellington TTouch® Zertifikatslehrgänge und Tellington-LehrerInnen
Der Kartensatz Tellington TTouch® Hunde-Karten wurde als Ausbildungsmaterial für TeilnehmerInnen der offiziellen Tellington TTouch® Zertifikatslehrgänge sowie für zertifizierte Tellington-LehrerInnen entwickelt.
Die Abgabe erfolgt ausschließlich an Personen, die eine offizielle Tellington Zertifikatsausbildung für Hunde, Katzen, Pferde oder Menschen absolvieren oder bereits absolviert haben.
Der Kartensatz wird als PDF-Datei zur Verfügung gestellt. Dadurch kann jede/r NutzerIn selbst entscheiden, ob die Karten digital verwendet oder für den persönlichen Gebrauch ausgedruckt werden. Die Karten sind urheberrechtlich geschützt. Bei einer Weitergabe einzelner Inhalte ist ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass eine Vervielfältigung oder Weitergabe nicht gestattet ist.
Der Kartensatz umfasst:
34 TTouch®-Karten für Hunde
eine Karte zum Tellington-Labyrinth
die 5 Tellington-Säulen
die 9 Tellington-Elemente
die aktuelle Fassung der Tellington-Philosophie
Der Preis für den vollständigen Kartensatz beträgt:
45 € für alle anderen Auszubildenden und Tellington-LehrerInnen
30 € für Auszubildende und Tellington-LehrerInnen, die Mitglied in mindestens einem Tellington Verband sind
Blogbeitrag von Sylvia Haveman (Tellington Instruktorin für Hunde, Kleintiere und Pferde aus den Niederlanden)
Mein Schaf Jessie hat inzwischen das stolze Alter von 17 Jahren erreicht. In den vergangenen Jahren durfte ich beobachten, wie sie sich immer wieder an neue Situationen angepasst hat, ihren guten Appetit bewahrt hat und trotz ihres Alters immer noch genau wusste, wo das leckerste Gras zu finden war.
Doch der vergangene Winter und Frühling waren eine Herausforderung für sie. Zeitweise lahmte sie abwechselnd auf allen vier Beinen, und ich konnte deutlich hören, wie ihre Gelenke bei jeder Bewegung knackten. Ich entschied mich deshalb, sie mit Schmerzmitteln und entzündungshemmenden Medikamenten zu unterstützen. Es war schön zu sehen, wie sehr ihr das das Gehen erleichterte.
Die Fütterungszeiten nutzte ich außerdem, um ihr immer wieder einige Tellington TTouches an ihrem Körper und an ihren Beinen zu schenken.
Dabei fiel mir etwas auf: Es wurde für Jessie zunehmend schwieriger, aufzustehen, wenn sie auf ihrer rechten Seite lag. Von der linken Seite aus und anschließend in den Stand zu kommen, war hingegen kein Problem – sie stand schnell und sicher auf. Doch irgendwann konnte sie sich aus der rechten Seitenlage überhaupt nicht mehr selbstständig aufrichten.
Ich musste ihr helfen, zunächst ihre Beine in die richtige Position zu bringen und sie dann beim Aufstehen zu unterstützen. Es wirkte fast so, als hätte ihr Körper vergessen, wie diese Bewegung funktioniert.
In diesem Moment wollte ich ausprobieren, ob ein Tellington Körperband ihr helfen könnte. Natürlich musste Jessie sich zunächst an das neue Gefühl gewöhnen. Doch schon bald lief sie wieder über die Wiese und legte sich entspannt hin – mit ihrer ganz besonderen „Geschenkschleife“.
Sie trug das Körperband zwei Tage hintereinander. Und dann geschah etwas ganz Besonderes: Es war, als hätte ihr Körper einen kleinen „Reset“ erfahren. Plötzlich konnte Jessie wieder ganz selbstständig aufstehen. Ihr Körper wusste wieder, wie diese Bewegung funktioniert. Es schien, als wäre dieses Wissen noch immer in ihr gespeichert gewesen – wie eine Erinnerung im Körper.
Ein Tellington Körperband kann unter anderem dazu beitragen, die Körperwahrnehmung zu verbessern – auch bei Tieren mit einem dichten Wollfell. Für Jessie war es ein kleines Geschenk. Und für mich war es ebenfalls ein Geschenk: noch einmal erleben zu dürfen, welche Möglichkeiten im Körper eines alten Tieres verborgen sein können.
Ein Geschenk mit Schleife – für Jessie und für mich.
Gast Blogbeitrag von Relana Beck (Tellington Instruktorin für Pferde aus Deutschland)
Drei intensive, berührende Kurstage liegen hinter mir. Regelmäßig darf ich Tellington-Inhalte in die Reittherapeutenausbildung bei Equimotion Schweiz und Luxemburg einbringen. Immer wieder fasziniert mich, wie schnell und tief sich die TeilnehmerInnen und die Schulpferde auf die neuen Impulse einlassen.
Anfangs sind einige TeilnehmerInnen skeptisch, ob sie TTouches aneinander üben möchten oder nur an den Pferden, ob „so wenig und so leicht“ überhaupt ankommt bei den großen Tieren, ob KlientInnen mit Übergriffigkeitserfahrungen TTouch „aushalten“ werden und ob Tellington nicht „nur Wellness fürs Pferd“ und somit maximal ein Ausgleichsprogramm fürs Therapiepferd ist.
Fragen, Zweifel, Skepsis sind willkommen, es geht darum, herauszufinden, was DU zu diesem Zeitpunkt integrieren möchtest. Dass es kein richtig und falsch gibt, sondern das Feedback des Pferdes (oder des Menschen, der Pferd spielt) zählt, eröffnet neue Perspektiven und lässt genau hinschauen und -spüren. Da ist echte Freude über körpersprachliche Signale – nicht nur über Zeichen von Entspannung, sondern auch, wenn das Pferd zeigt, was ihm erstmal suspekt ist.
Zeichen sehen – innehalten – das „Flüstern“ des Pferdes wertschätzen: Raum für feine Kommunikation entsteht.
Die Schulpferde haben ihren Alltag neben unseren Ausbildungskursen, Reitbeteiligungen kommen und gehen, hier noch eine Kutschfahrt, da noch ein Kindergeburtstag. Ponystute Ambra bekommt „Noahs langen Marsch mit lauschenden Händen“ von zwei Kursteilnehmerinnen und wird ganz weich, fast etwas wackelig auf den Beinen. Die Menschengruppe ist tief berührt davon, mit welcher Offenheit das Pony sich auf die achtsamen TTouches einlässt, und wie wenig es braucht, um einen Moment von Verbindung im Hier und Jetzt zu erleben. Berührung berührt.
Die Gruppe beginnt zu experimentieren, mit TTouches und Körperbändern, dem eigenen Spüren auf der Spur. Für Manche ist das ungewohnt, es fließen auch Tränen, da ist Dankbarkeit dafür, dass auch das sein darf. Jetzt trägt die Gruppe jede einzelne Person.
Wir erleben Berührtsein in Momenten, in denen eine Sehnsucht angesprochen wird. Gewahrsein von Sehnsucht löst Trauer aus, da ist aber auch Freude darüber, dass unser Wunsch nach Nähe und (Lebens-) Sinn in einem Moment erfüllt wird. Wenn wir diese Mischemotion spüren, fühlen wir uns anderen Wesen verbundener und öffnen uns emotional. Berührtsein hilft uns dabei, unsere Werte zu spüren und mit ihnen in Einklang zu sein (vgl. EmTrace Emotionscoaching).
Ich bin so dankbar, mit Tellington eine Methode unterrichten zu dürfen, die so leicht – tief – berührt.
Relana’s nächste Veranstaltungen
Resilienz für Mensch und Pferd
– einjährige Weiterbildung für achtsame tiergestützte Interventionen. Mit Pferden Menschen in Wachstum, Gesundheit und Lebensqualität unterstützen.
Info-Abend und Einführung ins Thema: 15.09.2026 19 Uhr online
Mit großer Freude dürfen wir bekannt geben, dass Relana Beck von Linda Tellington-Jones zur Tellington Instruktorin für Pferde berufen wurde.
Diese Berufung ist eine ganz besondere Auszeichnung. Sie wird nicht durch eine Prüfung erworben, sondern von Linda Tellington-Jones persönlich ausgesprochen. Damit würdigt sie Menschen, die sich über viele Jahre hinweg mit außergewöhnlichem Engagement für die Tellington-Methode einsetzen, ihr Wissen kontinuierlich vertiefen und die Philosophie der Methode mit Fachkompetenz, Empathie und Integrität weitertragen.
Mit ihrer neuen Aufgabe gehört Relana nun zu dem kleinen Kreis von Tellington Instruktorinnen und Instruktoren, die nicht nur die Tellington-Methode lehren, sondern künftig auch zukünftige Tellington Lehrerinnen und Lehrer ausbilden und auf ihrem Weg begleiten dürfen.
Relana bringt dafür einen beeindruckenden Erfahrungsschatz mit. Als Diplom-Sozialpädagogin und Diplom-Sportwissenschaftlerin verbindet sie wissenschaftliches Fachwissen mit langjähriger praktischer Erfahrung. Seit vielen Jahren arbeitet sie mit der Tellington-Methode und ist als Tellington Practitioner III sowie Connected Riding Practitioner II tätig.
Wer Relana begegnet, erlebt eine Lehrerin, die mit großer Ruhe, Achtsamkeit und Herzlichkeit arbeitet. Sie versteht es, Menschen und Pferde dort abzuholen, wo sie gerade stehen, und schafft einen Raum, in dem Vertrauen wachsen und Entwicklung stattfinden kann. Ihre Arbeit ist geprägt von Respekt, Offenheit und dem tiefen Wunsch, das Miteinander von Mensch und Pferd nachhaltig zu stärken.
Mit ihrer langjährigen Erfahrung als Dozentin und Ausbilderin bringt sie beste Voraussetzungen mit, die nächste Generation von Tellington Lehrerinnen und Lehrern zu begleiten. Wir freuen uns sehr, dass sie ihre Erfahrung, ihre Begeisterung und ihre wertschätzende Art künftig auch in dieser verantwortungsvollen Rolle einbringen wird.
Liebe Relana,
wir gratulieren dir von Herzen zu deiner Berufung als Tellington Instruktorin für Pferde. Wir wünschen dir für diesen neuen Lebensabschnitt viele inspirierende Begegnungen, erfüllende Ausbildungswege und weiterhin viel Freude dabei, die Tellington-Methode mit deinem Wissen, deiner Erfahrung und deiner besonderen Art weiterzugeben.
Wir freuen uns sehr, dich im Kreis der Tellington Instruktorinnen und Instruktoren begrüßen zu dürfen und wünschen dir von Herzen alles Gute für diese neue Aufgabe.
Mehr von Relana lesen
Passend zu ihrer Berufung erscheint am Sonntag, den 26. Juli, auf unserem Tellington Blog Relanas Beitrag „Berührt“. Darin beschreibt sie auf bewegende Weise, wie tief die Begegnung zwischen Mensch und Pferd wirken kann und welche Bedeutung Achtsamkeit und Verbindung in ihrer Arbeit haben.
Wenn ihr den Beitrag lesen möchtet und künftig über neue Blogartikel, Veranstaltungen und Ausbildungen informiert werden möchtet, meldet euch gerne für unseren Tellington Newsticker an.
Dort findet ihr auch Informationen zu Relanas neuer Weiterbildung:
„Resilienz für Mensch und Pferd – Einjährige Weiterbildung für achtsame tiergestützte Interventionen“.
Blogbeitrag von Lisa Leicht (Tellington Instruktorin für Menschen und Kleintiere aus der Schweiz)
Dieses Foto erinnert mich daran, wie wenig es manchmal braucht, um eine grosse Veränderung auszulösen.
Anlässlich des ttouch-n-click-Hundekurses im vergangenen Mai in Berlin demonstrierte ich an mir selbst, wie ein Tellington-Körperband angelegt wird. Kaum trug ich das Band, wurden meine Schultern durch den sanften Zug des elastischen Materials eingeladen, leicht nach hinten zu gleiten. Dadurch öffnete sich mein Brustkorb – ganz ohne Anstrengung oder bewusstes Korrigieren meiner Haltung.
Das Foto entstand nur wenige Augenblicke später. Es zeigt, wie sich eine kleine Veränderung meiner Körperhaltung unmittelbar auf mein Befinden auswirkte. Ich fühlte mich aufgerichteter, freier und entspannter – und genau deshalb kam auch das strahlende Lächeln ganz von selbst.
Diese Erfahrung bestätigt etwas, das ich in fast 30 Jahren Tellington-Arbeit immer wieder beobachtet habe: Unsere Körperhaltung beeinflusst unser Befinden. Wenn sich Spannung löst, der Atem freier fliessen kann und der Körper besser ausbalanciert ist, verändert sich oft auch unsere innere Stimmung.
Genau das erleben wir auch bei Hunden.
Viele Verhaltensweisen, die wir vorschnell als Ungehorsam, Unsicherheit oder Überreaktion bezeichnen, stehen in engem Zusammenhang mit der körperlichen Organisation. Ein Hund, der sein Gewicht besser verteilt, seinen Brustkorb freier bewegen oder seinen Hals entspannter tragen kann, gewinnt häufig nicht nur an Beweglichkeit, sondern auch an Gelassenheit und Selbstvertrauen.
Deshalb beginne ich meine Arbeit selten beim Verhalten. Ich frage zuerst: Wie fühlt sich dieser Hund in seinem Körper? Denn Verhalten ist oft das sichtbare Ergebnis dessen, was der Körper im jeweiligen Moment leisten kann.
Die Tellington-Methode lädt Mensch und Hund ein, neue Möglichkeiten zu entdecken – ohne Druck, sondern durch Bewusstheit und sanfte Impulse. Oft sind es gerade die kleinsten Veränderungen in der Haltung, die den grössten Unterschied im Befinden bewirken.
Denn wer sich wohler fühlt, kann auch anders handeln.
Verhalten beginnt nicht im Kopf – sondern oft mit einer kleinen Veränderung im Körper.
Lisa’s nächste Veranstaltung
15. – 18. Oktober 2026: TTouch for You in Nürnberg, Körperarbeit für Wohlbefinden, Konzentration und leichteres Lernen, Basismodul, https://ttouchforyou-bayern.de
24 – 26. Oktober 2026: Online Intensivkurs “Wie Tellington TTouch den Vagusnerv stärkt – und deinen Hund ins Gleichgewicht bringt” Diese Veranstaltung zählt für die Practitionerausbildung.
Blogbeitrag von Karin Petra Freiling (Tellington Instruktorin für Menschen und Kleintiere aus Deutschland)
Manchmal geschehen Dinge, die von außen wie ein Wunder wirken. Für mich sind sie vielmehr eine Erinnerung daran, wie viel Potenzial in jedem Hund steckt – wenn wir bereit sind, ihn mit anderen Augen zu sehen.
In der ersten Woche unserer Verhaltenstrainer-Ausbildung beschäftigten wir uns intensiv mit der Philosophie des Tellington TTouch®. Dabei geht es nicht nur um Berührung, sondern auch um innere Bilder, Erwartungen und die Frage: Was traue ich meinem Hund eigentlich zu?
Der Kurs begann turbulent. Zwei Rüden, die bereits als „reaktiv“ und „aggressiv“ abgestempelt worden waren, waren beim ersten Zusammentreffen außer sich vor Erregung. Die Anspannung war deutlich spürbar. Um den Druck abzubauen, stellten wir ruhig einen Sichtschutz auf, arbeiteten mit einfachen TTouch-Übungen und konzentrierten uns darauf, Sicherheit und Orientierung zu vermitteln.
Gleichzeitig bat ich die Halterinnen und Halter, ein neues inneres Bild entstehen zu lassen: die Vorstellung, dass ihre Hunde am Ende des viertägigen Kurses friedlich nebeneinander arbeiten und entspannen können.
Besonders berührend war die Entwicklung von Eddie. Er ließ sich anfangs kaum berühren. Sein Frauchen hatte immer wieder die Bilder eines früheren Unfalls im Kopf und war überzeugt, darin die Ursache für sein Verhalten gefunden zu haben. Ich bat sie, diesen inneren Film zu verändern. Statt des verletzten und misstrauischen Hundes sollte sie beginnen, einen entspannten, verschmusten Eddie vor ihrem inneren Auge zu sehen.
Und tatsächlich geschah etwas Erstaunliches.
Am vierten Tag schmiegte sich Eddie an sein Frauchen und genoss die TTouches in vollen Zügen. In der Nacht suchte er ihre Nähe und schlief entspannt direkt neben ihrem Kopf. Noch bewegender war der Anblick am letzten Kurstag: Der zuvor so wilde Charly lag völlig gelassen neben Eddie auf dem Sofa. Beide Rüden waren entspannt, fühlten sich sicher und konnten einander vertrauen.
Für manche mag das wie ein Wunder erscheinen. Für mich ist es ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass Verhalten oft nur die Spitze des Eisbergs ist. Hinter Aggression verbirgt sich häufig Angst, Unsicherheit oder Überforderung – ein stiller Schrei nach Hilfe.
Wenn wir beginnen, nicht gegen das Verhalten zu kämpfen, sondern die Bedürfnisse dahinter zu erkennen, können erstaunliche Veränderungen entstehen. Genau das durften wir in diesen vier Tagen erleben.
Die beiden „Rambos“ fanden Ruhe. Die Menschen fanden Vertrauen. Und alle Teams sind ein großes Stück näher zusammengerückt.
Solche Momente erinnern mich immer wieder daran, warum ich diese Arbeit so liebe.✨
Oft verändert Berührung den Hund. Noch öfter berührt sie den Menschen verändert seine Sicht – und damit die ganze Beziehung.“
Lasst uns die Welt verändern, einen TTouch nach dem Anderen💕
Blogbeitrag von Katja Krauß (Tellington Instruktorin für Kleintiere aus Deutschland)
Gerade ist mir aufgefallen, dass ich vergessen habe, den Blog gestern zu veröffentlichen. Aber ehrlich gesagt ist das kein Wunder – ich erhole mich noch immer von dem, was am Dienstag passiert ist.
Am Dienstagmorgen waren wir wie gewohnt anderthalb Stunden im Wald unterwegs. Wieder zu Hause bereitete ich zuerst das Hundefutter zu und frühstückte anschließend selbst noch schnell, bevor ich den Hunden ihr Futter gab.
Dabei fiel mir auf, dass meine zehnjährige Golden-Retriever-Hündin Dhanyi (eigentlich heißt sie Dhanyabaad – nepalesisch Dankbarkeit) während des Fressens ihren Po ungewöhnlich tief hielt. Sofort hatte ich das Gefühl, dass etwas nicht stimmte.
Mit Dhanyi verbindet mich eine ganz besondere Geschichte. Sie kam per Kaiserschnitt zur Welt und ich hielt sie und ihre beiden Schwestern, bis ihre Mutter aus der Narkose erwachte, warm in meinem Ausschnitt. Vielleicht könnt ihr euch vorstellen, wie eng unsere Verbindung seit diesem ersten Tag ist.
Nachdem sie gefressen hatte, legte sie sich hin. Als ich sie bat aufzustehen, lief sie sehr wackelig und wollte sich am liebsten sofort wieder hinlegen. Da habe ich nicht lange überlegt, den Autoschlüssel geschnappt und bin direkt zu meiner Tierärztin gefahren.
Es folgten Ultraschall, Blutuntersuchung, Blutdruckmessung und Röntgen – doch alle Ergebnisse waren völlig unauffällig. Nachdem Dhanyi ein Schmerzmittel bekommen hatte, schickte uns meine Tierärztin vorsorglich in die Tierklinik, damit dort ein MRT gemacht werden konnte.
In der Klinik bekam Dhanyi zunächst einen Tropf. Während der gesamten Zeit wich ich ihr nicht von der Seite. Immer wieder gab ich mir ein paar Rescue-Tropfen auf die Finger und machte ihr ununterbrochen Tellington-Ohren-TTouches.
Zwischendurch wurde sie immer apathischer. Es wirkte zeitweise, als wäre sie bereits in Narkose. Schließlich stand sogar der Verdacht einer Vergiftung im Raum, weshalb ihr der Magen ausgepumpt wurde.
In dieser Zeit musste ich im Wartezimmer bleiben. Dort kam ich mit einer anderen Hundehalterin ins Gespräch und zeigte ihr, wie sie ihren alten Hund mit Tellington-Ohren-TTouches unterstützen kann. Es tat gut, in dieser belastenden Situation etwas Sinnvolles tun zu können.
Gegen zwei Uhr nachts war Dhanyi wieder so ansprechbar, dass ich entschied, mit ihr nach Hause zu fahren. Ich wollte, dass sie sich in ihrer vertrauten Umgebung erholen konnte. In dieser Nacht stellte ich mir stündlich den Wecker, um ihre Temperatur zu kontrollieren und nach ihr zu sehen.
Am nächsten Morgen war sie fast wieder die Alte. Sie war zwar – genau wie ich – sehr müde und tat sich beim Aufstehen noch etwas schwer. Ab und zu war ihr Gang noch leicht wackelig. Aber sie hatte Hunger wie immer und wollte am liebsten sofort wieder in den Wald.
Den Wald haben wir an diesem Tag allerdings ausgelassen. 😉
Schon am nächsten Tag sah die Welt wieder ganz anders aus. Wir waren wieder gemeinsam im Wald unterwegs (siehe Video) und Dhanyi ging sogar wieder schwimmen – ihre absolute Lieblingsbeschäftigung.
Bis heute wissen wir übrigens nicht mit Sicherheit, was die Ursache für diesen Zustand war. Umso dankbarer bin ich, dass sie sich so gut erholt hat.
Und wieder einmal danke ich Linda Tellington-Jones von Herzen. Die Tellington-Ohren-TTouches haben mir das Gefühl gegeben, Dhanyi in dieser schwierigen Zeit aktiv unterstützen zu können. Sie halfen dabei, ihren Kreislauf zu stabilisieren und ihr Ruhe zu vermitteln. Gleichzeitig konnte ich mich selbst mit dem Herz-TTouch regulieren, ruhiger atmen und in dieser Ausnahmesituation handlungsfähig bleiben.
Manchmal können wir eine Situation nicht verändern. Aber wir können unserem Tier und auch uns selbst etwas geben, das Halt, Ruhe und Vertrauen schenkt. Genau das habe ich in dieser Nacht wieder einmal erlebt.
Blogbeitrag von Doris Prinstinger (Tellington Instruktorin für Kleintiere aus Österreich)
Vor vielen Jahren sind Hühner in mein Leben gekommen. Einfach weil wir genügend Platz haben und gerne eigene Eier haben wollten.
Wir haben 3 Legehennen gerettet und es war interessant zu beobachten, wie sie Schritt für Schritt Dinge für sich entdeckten, die eigentlich normal sein sollten, sie jedoch in ihrem bisherigen Dasein nicht ausleben konnten.
Sie haben nicht mehr sehr lange gelebt, aber hoffentlich diese kurze Zeitspanne noch glücklich.
Mittlerweile haben viele verschiedene Hühner, Hähne und Küken mein Leben begleitet.
Unglaublich, was ich alles lernen konnte.
Denn – angeblich kommt ja die Dominanztheorie (durch die Hunde lange Zeit ziemlich unfair behandelt wurden und teilweise noch immer werden) von den Hühnern.
Die sollen ja eine ganz klare Hackordnung haben. Ich habe mir da immer so eine militärische Hierarchie vorgestellt.
Nun. Ich konnte viel beobachten, aber so etwas nicht.
Der Hahn ist ein wahrer Gentleman. Bringt man Leckerbissen, stürzt er sich nicht gleich drauf und frisst so viel es geht, sondern ruft seine Schar zusammen und läßt den Damen den Vortritt.
Ist die ganze Schar anwesend, wenn man Futter bringt, so habe ich gelernt, ist es vorteilhaft, wenn es in einem großen Gefäß serviert wird, wie sich alle gleichzeitig drauf stürzen. Niemand geht auf den anderen los, es gibt keine Rangordnung, nach der gefressen wird. Ja, man versucht durchaus der anderen was abzuluchsen. Da muss man eben geschickt sein. Aber es wird immer nur auf das Futter gepickt, nie auf die Henne.
Es werden Freundschaften geschlossen, was man daran erkennt, dass manche immer zu zweit unterwegs sind. Andere sind abenteuerlustiger und sie erkunden alleine große Areale. Manche sind unglaublich gute Mütter. Andere wieder nicht so sehr.
Besonders liebe ich es, wie sie sich immer lautstark selbst feiern, wenn sie ein Ei gelegt haben.
Sie sind unglaublich friedlich und sie zu beobachten, erdet mich immer zutiefst.
Es gibt auch immer wieder Tragödien. Mein größtes Huhn (eine Prama) ist plötzlich tot im Stall gelegen. Bei ihr mein kleinster Hahn (ein Zwergprama) und ihr treuester Begleiter. Er ist ganz aufgeregt auf ihr herumgehüpft. Ich habe die Henne aus dem Stall genommen, um sie zu beerdigen. Ab diesem Zeitpunkt ist der kleine Hahn verschwunden. Ich denke, ich habe seine Verabschiedung unterbrochen. Oder er wollte nicht mehr ohne seine Freundin hier sein. Ich werde es nie erfahren.
Aus all diesen Gründen habe ich mich sehr über das Geschenk dieses Buches gefreut. Es hat meine Beobachtungen bestätigt und geht noch viel weiter.
Auch wenn ich in erster Linie mit Hunden arbeite, finde ich es immer wieder spannend, von anderen Tierarten zu lernen.
Also, wenn du gerne eine leichte und humorvolle Lektüre lesen willst um Hühner besser kennenzulernen, so kann ich dir dieses Buch ans Herz legen.
Die neueste Ausgabe des Tellington-Magazins ist da und vollgepackt mit spannenden Impulsen für Pferdemenschen und Hundefreunde! Erfahre, wie Pferde die Resilienz von Kindern stärken und welche Rolle der Vagusnerv beim Hund spielt. Außerdem im Heft: Clevere Tipps für die Tellington-Reiseapotheke, innovative Einblicke in das Spürhundtraining, Online-Unterricht und den Erfolgsfaktor „TTouch-n-Click 2.0“. Abgerundet wird das Ganze durch einen Messe-Rückblick von der Pferd Bodensee und den persönlichen Buchtipps unserer Tellington-LehrerInnen.