Blogbeitrag von Sylvia Haveman (Tellington Instruktorin für Hunde, Kleintiere und Pferde aus den Niederlanden)
Das Foto zeigt das Skelett eines Hundes mit verschiedenen Faszienlinien, dargestellt durch farbige Bänder. Faszien sind ein faszinierendes und wichtiges Körpergewebe, das den gesamten Körper durchzieht und miteinander verbindet.
Faszien geben dem Körper Struktur und ermöglichen Bewegung. Man kann sie sich wie ein dreidimensionales Spinnennetz aus Bindegewebe vorstellen, das sich zwischen und durch Muskeln, Knochen, Nervenfasern und Organe zieht. Dadurch sind die verschiedenen Körpersysteme miteinander verbunden und können als Einheit funktionieren.
Faszien gibt es in ganz unterschiedlichen Formen und Größen. Sie bilden beispielsweise Sehnen und Bänder, umhüllen Organe und durchziehen das Gewebe bis in mikroskopisch kleine Bereiche. Sogar jede einzelne Zelle des Körpers ist von faszialem Gewebe umgeben. Die Faszie durchdringt, verbindet und unterstützt somit nahezu jeden Bereich des Körpers.
Jeder Teil dieses faszinierenden Netzwerks steht in direkter Verbindung mit anderen Bereichen. Deshalb können Spannungen oder Veränderungen an einer Stelle Auswirkungen auf andere Körperregionen haben.
Gesundes Fasziengewebe ist geschmeidig, gut mit Flüssigkeit versorgt, elastisch und beweglich. Ist die Faszie dagegen wenig beweglich, kann sie trocken, starr oder verhärtet sein.
Forschungen zeigen, dass es sogenannte Faszienlinien oder anatomische Ketten gibt – miteinander verbundene Strukturen, die bei bestimmten Bewegungsmustern zusammenarbeiten. Dadurch wird verständlich, warum eine Veränderung oder Spannung an einer Stelle die Bewegung und das Wohlbefinden an einer anderen Stelle beeinflussen kann.
Das Schöne an den Faszien ist, dass man sie auf unterschiedliche Weise und mit verschiedenen Methoden positiv beeinflussen kann. Eine Methode, die jeder anwenden kann, ohne jahrelang studiert haben zu müssen, ist der Tellington TTouch.
Besonders kreisförmige TTouches und Hautrollen können auf größere Körperflächen wirken. Je nach Fingerposition und Ausführung erreichen die TTouches unterschiedliche Gewebeschichten. Hebende TTouches können dabei helfen, das Unterhautgewebe zu entspannen und Raum für Blutgefäße zu schaffen. Dies kann wiederum Einfluss auf Herzfrequenz und Atmung haben.
Auch rund um die Gelenke kann das Lösen von Spannungen durch TTouches dazu beitragen, die Beweglichkeit zu verbessern.
Faszinierend, nicht wahr?
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