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Das Konzept “Spannungsmuster”

​Ein Konzept von Sarah Fisher (†), Tellington TTouch Instruktorin, UK. In dankbarer Erinnerung

Blogbeitrag von Bibi Degn (Tellington Instruktorin für Hunde, Kleintiere und Pferde aus Spanien)

Unsere Kollegin Sarah Fisher aus England ist aus diesem Leben gegangen – unerwartet und ein großer Verlust. In meinem Beitrag werde ich ihren Blick auf ein Konzept vorstellen, ein Kernkonzept unserer Arbeit: Der Blick auf den Körper als Träger der Ganzheit eines Wesens, die Wechselwirkung zwischen Körper-Geist-und Seele an dieser Ecke anzupacken. 

Sarah prägte den Begriff “Spannungsmuster”. Hier am Beispiel Hund – aber die Denkensweise ist ebenso auf jede Tierart wie auf uns Menschen anwendbar: 

Spannungsmuster – am Hund

Spannungsmuster im Körper beeinflussen Wahrnehmung, Lernen und Verhalten und können sowohl Probleme erzeugen als auch auf Bedürfnisse hinweisen.

Spannungsmuster, körperliche Bereiche erhöhter Anspannung, können sichtbar oder subtil sein, wirken sich jedoch immer körperlich, wie emotional und mental aus. Sie beeinflussen Bewegungsabläufe, aber ebenso die Fähigkeit, mit gewissen Situationen umzugehen.

Ursachen für Spannungsmuster sind vielfältig:
Verletzungen und Schmerzen können zu Schonhaltungen führen, die auch nach dem Abheilen bestehen bleiben. Medizinische Probleme wie hormonelle Störungen, Arthrose oder Hüftdysplasie verändern Körperhaltung und Verhalten. Traumatische Erfahrungen, Stress oder emotionale Belastungen können im gesamten Körper Spannung erzeugen. Auch Haltung, Training, Bewegungsmangel, Ernährung oder Futterunverträglichkeiten spielen eine Rolle. Manche Hunde zeigen bereits von Geburt an deutliche Spannungsmuster.

Spannungsmuster lassen sich erkennen: Wie steht, geht, sitzt und liegt der Hund? Wirkt er steif oder asymmetrisch? Wie trägt er Kopf, Rute und Pfoten? Die Art, wie er sich bewegt oder anhält, liefert Hinweise auf innere Zustände. Achtsames Abtasten kann zusätzliche Information geben: Unterschiede in Temperatur, Fell, Muskelspannung, Zuckungen oder Abwehrreaktionen.


Schulter und Hinterhand 

(Anm.: Bibi Degn: Hier wähle ich nur einen Körperbereich, der für Sarahs tiefe Kenntnis des Hundekörpers beispielhaft ist:)

Spannung im Schulterbereich kann auf mangelndes (Selbst-)Vertrauen hinweisen, was der Hund oft mit Zurückweichen oder Abwehrreaktionen kompensiert. Er mag distanziert und unnahbar wirken und, bei einer brüsken Bewegung Richtung Kopf oder Halsband, sich im Extremfall ducken und beissen. 

Hunde, die hinter den Schulterblättern angespannt sind, haben oft einen starken Jagdtrieb und können sich schlecht fokussieren, weil sie immer Ausschau nach Bewegung halten. An der Leine springen sie in alle Richtungen oder drehen sich im Kreis und es ist unmöglich, sie zu einem ‚Fuss‘ zu bewegen. Oft ziehen diese Hund auch an der Leine und das Arbeiten mit einem Führgeschirr ist für Hunde mit diesem Spannungsmuster im Allgemeinen einfacher. 

Auch Hunde mit Spannungen in der Hinterhand haben oft zu wenig (Selbst)Vertrauen. Dieser Hund kann geräuschempfindlich sein und Autofahren oder Stillstehen auf einer erhöhten Oberfläche (z.B. beim Hundefrisör) kann aufgrund des durch die Spannung im Hüft- und Beckenbereich verursachten Gleichgewichtsproblems extrem schwierig sein. Hüftdysplasie und Arthrose können mit diesem Muster einhergehen und können den Hund Alltagssituationen gegenüber intoleranter machen.

Was tun?In ihrer Ratlosigkeit tendieren Menschen dazu, unangepasstes Verhalten zu bestrafen.Strafe verstärkt bestehende Spannungen und verschärft Probleme.

Wer Spannungsmuster erkennt und um die Zusammenhänge zwischen Körper und Verhalten weiß, kann gezielt Veränderungen einleiten – durch körperliche Arbeit, angepasstes Management, gegebenenfalls tierärztliche Abklärung. Die Tellington TTouch® Methode setzt am Körper an, wo sich die Situation sozusagen “festgeschrieben” hat. Führübungen und die Berührungstechniken des TTouch gleichen Spannungsmuster aus. Die verbesserte Körperwahrnehmung und Haltung verhelfen zu Selbstregulation und so wird Verhalten positiv beeinflusst. Manchmal sind die Halter:innen erstaunt, dass man Verhalten beeinflussen kann, ohne in die Situation zu gehen, welche das Verhalten auslöst. Auch Pyromanen kann man von ihrem zwanghaften Drang Feuer zu entfachen befreien, ohne dabei ein Haus anzuzünden. So auch Hunde mit Verhaltens-Themen. 

Geduld ist wichtig, besonders bei länger bestehenden Mustern. Aber Nachhaltigkeit ist der Lohn!


Bibi’s nächste Veranstaltungen:

06.02.2026 Einführungsseminar in das Thema ResilienzRaum.
Lehrgang 2026 für tiergestützte Interventionen mit Pferden

14.04.2026 — 19.04.2026
TTEAM-Connect — Das Reiten-Intensivseminar der Tellington Methode Die Heupenmühle

19.05.2026 — 24.05.2026:
Tellington TTouch Intensiv-Seminar mit Robyn Hood

Pfotenhof — Mönchengladbach


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