Blogbeitrag von Bibi Degn (Tellington Instruktorin für Hunde, Kleintiere und Pferde aus Spanien)
Der Frühling regt sich – und mit ihm der Wunsch, das junge Pferd „unter den Sattel zu bringen”. Früher sagte man „einbrechen“. Ich spreche lieber von einer Initiation als Reitpferd. Es ist eine Schwelle. War das Pferd zuvor Pferd unter Pferden, tritt es nun in ein bewusstes Verhältnis zum Menschen.
Pferde “Neustart”
Wie du deine Elektronik neu startest – so ähnlich kannst du es mit einem Pferd sehen, das ungute Erfahrungen machen musste. Setze die Erfahrungen, so gut es geht, auf Null und beginne nochmals von vorne.
Warum Tellington?
Herausforderungen werden zunächst einzeln erfahrbar gemacht und später zusammengesetzt – zu der großen Aufgabe, als Reitpferd in Harmonie mit dem Menschen und gesundheitserhaltend zu arbeiten. Die Tellington TTouch® Methode trägt der Komplexität Rechnung.
Die Herausforderung des Fluchttieres
Konzentration ist nicht angeboren. Pferde sind auf Außenreize programmiert. Jeder Reiz wiegt schwerer als die Hinwendung nach innen. In kleinen Schritten entsteht die Fähigkeit, bei sich zu bleiben. Körperbänder und TTouch unterstützen dieses „In-sich-Hineinhören“. Reize von hinten oder oben, Bewegungen über sich, lösen zunächst Fluchtimpulse aus. Durch schrittweise Übungen im Lernparcours wird verstehende Gelassenheit möglich.
Die Herausforderung des Herdentieres
Das Pferd verlässt seinen Sicherheitsrahmen, die Herde. Es braucht nun einen klaren, geerdeten Menschen. Erdung, Atmung und Herzkohärenz bekommen Raum.
Kommunikative und körperliche Aufgaben
Körpersprache verstehen Pferde gut. Komplexere Signale müssen verständlich aufgebaut werden: auf Druck zu weichen, am Kopf einwirken und den Körper meinen – so vieles muss man mit seinem Pferdeverstand verstehen! Die Führpositionen der Tellington Methode sind dafür ein vielseitiges Werkzeug und können auch dann verstanden werden, wenn sich der Mensch später hinten oben befindet.
Gewichtsverlagerungen von einer Seite zur anderen, zwischen vorne und hinten, erfordern Körperbewusstsein und ein geschultes Gleichgewicht. Wird dann noch die „Balancierstange“ von Hals und Kopf blockiert, wird es für das schmale, hohe Tier noch schwieriger.
Zureiten ist keine Mutprobe Es beginnt nicht mit dem Aufsitzen, sondern ist die logische Folge vorbereiteter Erfahrung. Da die frühen Erfahrungen die Basis für ein Grundvertrauen sein sollen, so gilt: Die Komplexität, die überfordern würde, aufzuschlüsseln – bevor wir sie zusammensetzen – egal, ob du dann selbst aufsitzt oder das Pferd einem Profi in die Hand gibst.
Blogbeitrag von Sylvia Haveman (Tellington Instruktorin für Hunde, Kleintiere und Pferde aus den Niederlanden)
Im letzten Jahrhundert, in den neunziger Jahren, wurde ich mit der Tellington-Methode vertraut gemacht. Ich habe verschiedene Schulungen von Ausbildern aus den USA und Kanada besucht, und mein Interesse war geweckt und ist nie wieder verschwunden.
In jedem Kurs, den ich besuchte, wurde der Arbeit mit den Ohren eines Tieres und der besonders starken Wirkung der Berührung in dieser Region Aufmerksamkeit geschenkt.
Damals gab es nicht viele Erklärungen, und ich war skeptisch, weil ich während meiner regulären Ausbildung nie etwas davon gehört hatte. Aber ich erinnerte mich daran, dass ich Tieren durch sanftes Streicheln der Ohren Entspannung bringen konnte, aber auch, dass ich im Falle einer lebensbedrohlichen Situation ein Tier vor Schock schützen konnte, indem ich die Ohrspitze fest und schnell ausstrich.
Kurz nach einem Ausbildungsmodul war ich in einer Tierarztpraxis, in der “Klazien”, eine friesische Stabyhoun-Hündin, operiert worden war. Sie wurde in einen Raum gebracht, um sich von der Narkose zu erholen. Als einige Zeit vergangen war, schien sie immer noch nicht wach zu sein und ihre Körpertemperatur schien stark zu sinken. Das Abkühlen nach der Anästhesie kann ein lästiges Phänomen sein.
Mit dem letzten Ausbildungsmodul noch frisch im Gedächtnis setzte ich mich zu ihr, nahm abwechselnd die linke und rechte Ohrspitze zwischen Daumen und Zeigefinger und rieb schnell und fest, während ich mit der anderen Hand ihren Kopf stützte. Ich habe das ein paar Minuten weitergemacht.
Danach habe ich beschlossen, den Raum zu verlassen, um den Tierarzt zu holen, weil ich mir Sorgen gemacht habe. Klazien lag immer noch reglos auf ihrer Matte.
Als der Tierarzt und ich kurz darauf den Raum betraten, wedelte Klazien fröhlich mit der Rute und sah uns an, als wolle sie sagen: „Und was machen wir jetzt für Lustiges?“
Moral: Auch wenn du nicht sofort glauben kannst, dass etwas funktioniert, erinnere dich an eine oft zitierte Aussage im Tellington-Werk: „Mach einfach die Arbeit“ und erlebe selbst, was sie dir bringt.
Gast Blogbeitrag von Therese Wichmann (Tellington Practitioner 1 für Hunde und Kleintiere aus Deutschland)
Blogbeitrag von Therese Wichmann (Tellington Practitioner 1 für Hunde und Kleintiere aus Deutschland)
Manchmal ertappe ich mich dabei, wie schnell ein Gedanke auftaucht: „Der Hund ist stur.“ „Das Pferd will nicht.“ „Der Mensch mag mich nicht.“ Diese Bewertungen kommen fast automatisch – und doch verändern sie sofort meine Haltung. Sie machen mein Gegenüber kleiner, als es vielleicht gerade ist.
In dem Moment, in dem wir bewerten, erzählen wir uns bereits eine Geschichte. Und diese Geschichte beeinflusst, wie wir handeln und wie sich unser Gegenüber zeigen kann.
In meiner Arbeit erlebe ich immer wieder, wie viel sich verändert, wenn ich einen Schritt zurückgehe und nur beobachte. Nicht interpretieren, nicht erklären – einfach wahrnehmen: Wie steht der Körper? Wohin geht der Blick? Wie fühlt sich die Situation an? Aus „stur“ wird dann vielleicht: „Der Hund bleibt stehen, die Rute ist ruhig und er schaut zur Seite.“ Und plötzlich entsteht Raum für Neugier statt Urteil und für Verbindung.
Wertfreies Beobachten ist für mich wie ein Muskel. Je öfter ich ihn nutze, desto leichter fällt es mir, neugierig zu bleiben – auch in herausfordernden Momenten. Es bedeutet nicht, alles gutzuheißen. Aber es nimmt Druck aus der Situation. Missverständnisse werden weniger, wir reagieren weicher – und genau dort entsteht Frieden: im kleinen Moment zwischen Reiz und Reaktion, in dem wir uns entscheiden können, offen zu bleiben.
Vielleicht beginnt Entwicklung nicht damit, Verhalten zu korrigieren, sondern in der Bereitschaft, einen Moment länger hinzusehen bevor wir bewerten.
Blogbeitrag von Lisa Leicht (Tellington Instruktorin für Menschen und Kleintiere aus der Schweiz)
Lernen zwischen Mensch und Tier ist mehr als Training – es ist Beziehung, Vertrauen und gemeinsames Wachsen. Im Tellington TTouch Training entsteht dieser Raum durch sanfte Berührungen, achtsame Übungen und ruhige Kommunikation. Tiere dürfen Sicherheit erleben, ihren Körper neu entdecken und Schritt für Schritt Vertrauen aufbauen. Gleichzeitig lernen wir Menschen, feiner wahrzunehmen, geduldiger zu werden und wirklich zuzuhören – mit Händen, Augen und Herz.
Dieser Weg spiegelt auch die hawaiianischen Prinzipien von Pono und Pilikia. Pono beschreibt Balance, Stimmigkeit und innere Harmonie. Pilikia steht für Herausforderungen oder Momente, in denen etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist. Im Training begegnen wir beidem. Pilikia zeigt uns, wo noch Unsicherheit oder Stress liegt – und führt uns zurück zu mehr Pono, zu Ruhe, Vertrauen und Klarheit.
Gerade in diesem sensiblen Lernprozess werden kleine Fortschritte oft übersehen. Ein Erfolgstagebuch kann hier viel verändern. Wenn wir positive, auch sehr kleine Lernschritte aufschreiben, machen wir die Entwicklung sichtbar. Vielleicht war es ein tiefer Seufzer, ein weicher Blick oder ein Moment von Entspannung – genau daraus entsteht echte Veränderung.
Beim Schreiben werden beide Gehirnhälften aktiviert: Die eine strukturiert Beobachtungen, die andere verbindet Emotionen, Körpergefühl und Intuition. Im Gegensatz zum schnellen mentalen Feststellen verankert Schreiben Erfolge tiefer und nachhaltiger.
Ein Erfolgstagebuch hilft auch, zukünftige Ziele klarer und liebevoller zu definieren. So wird Lernen zu einem gemeinsamen Weg – getragen von Vertrauen, Verbindung und dem immer wiederkehrenden Spiel zwischen Pono und Pilikia.
Lisa’s nächste Veranstaltung
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live 18. – 22. Mai 2026 Dozentin Lisa Leicht (Tellington TTouch Instruktorin)
Oberthema: Was hat der Vagusnerv mit der körperlichen, emotionalen und geistigen Balance zu tun? Weshalb ist dieses Wissen wichtig fürs Training?
Der Vagusnerv ist ein zentraler Bestandteil des parasympathischen Nervensystems und spielt eine Schlüsselrolle bei der Regulation von Entspannung, Herzfrequenz und Verdauung. Er wirkt wie eine „Bremse“ für Stressreaktionen und fördert innere Balance und Ruhe. Bei Hunden beeinflusst ein gut regulierter Vagusnerv die Fähigkeit, sich zu beruhigen und Reize gelassen zu verarbeiten. Ein dysregulierter Vagusnerv kann hingegen zu übermäßiger Erregung, Angst oder Reaktivität führen. Für Hundetrainer ist dieses Wissen wichtig, weil Trainingsmethoden, die Sicherheit, Atmung und positive soziale Interaktion fördern, die vagale Aktivität stärken. So kann das Training nicht nur Verhalten formen, sondern auch das Nervensystem des Hundes stabilisieren. Dadurch wird Lernen nachhaltiger und Stress im Training reduziert.
In diesem Modul lernen wir, wie wir die Balance durch TTouches, Führübungen im Lernparcours und den Tellington –Körperbändern unter Einbezug farbtherapeutischer Aspekte praktisch fördern. Anhand der anwesenden Hunde werden praktische Beispiele erarbeitet und von den Teilnehmenden umgesetzt.
Lisa Leicht ist Tellington TTouch® Instruktorin, TTouch-for-You Instruktorin, Hundetrainerin, Erwachsenenbildnerin und Klang- und Farbtherapeutin.
Sie arbeitet mit Menschen und Tieren gemeinsam, immer auf der Suche, das Gefühl von Respekt und Einssein mit allen Lebewesen auszudrücken und zu fördern. Sie ist bekannt für ihre humorvolle Art des Unterrichtens.
Durch jahrzehntelanges Veranstalten der Tellington TTouch Ausbildung in der Schweiz kennt sie jedes Detail der Tellington TTouch Methode und unterrichtet diese kreativ und an die individuellen Bedürfnisse von Mensch und Tier angepasst.
Der Einstieg in die Ausbildung ist jederzeit möglich. Bitte kontaktieren Sie uns bei Fragen per Mail oder gerne auch telefonisch.
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Das Dr. Daniela Zurr, Lily Merklin, Lisa Leicht, Sylvia Haveman, Karin Freiling, Doris Prinstinger und Katja Krauß gleichzeitig live an einem Wochenende unterrichten ist einmalig. Alle ttouch-n-click Dozentinnen am selben Ort zur selben Zeit, dass ist schon ein außergewöhnliches Ereignis.
Katja Krauß im Gespräch mit Linda Tellington-Jones:
TTouch im Fokus
Warum wird die Haut beim TTouch kreisförmig verschoben und warum genau in einem 1 1/4 Kreis? Tauche ein in einen inspirierenden Austausch mit Linda Tellington-Jones und erfahre praxisnah, anschaulich und mit vielen Beispielen aus der Praxis, warum der Kreis die natürliche Form des TTouch ist und weshalb die Hautverschiebung in einem 1 1/4 Kreis erfolgt.
Lerne, wie sanfte Berührung im Alltag – im Training, in Pflege und Therapie oder einfach im Umgang mit Tieren – gezielt eingesetzt wird, um Vertrauen, Konzentration, Entspannung und Wohlbefinden zu fördern.
Inhalte im Überblick:
Warum ist der TTouch eine „runde Sache“?
Ist es eineinviertel oder doch eher fünf Mal ein Viertel?
Praxisnahe Demonstrationen und Übungen für Zuhause oder am Arbeitsplatz
Tipps zur Integration in bewusste Alltagsrituale und Behandlungsabläufe
Interaktive Q&A-Session am Ende
Jetzt entdecken und sofort anwenden – für mehr Ruhe, Verbindung und Wohlbefinden mit Mensch und Tier.
Blogbeitrag von Lily Merklin (Tellington TTouch Instruktorin für Pferde aus der Schweiz)
Als ich Katjas Blogbeitrag am Freitag las, habe ich kurz gestutzt.
Natürlich kann ich mich noch lebhaft an das wunderbare ttouch-n-click-Modul mit den vielen wunderbaren Teilnehmer:innen erinnern.
Was für tolle Menschen! Was für spannende Diskussionen! Und wieviel Vorerfahrungen! Ich hatte stets den Eindruck, dass mein Input auf sehr fruchtbaren Boden fiel
Aber was meint Katja damit, dass „wir nichts tun können, wozu uns die Vorstellung fehlt“? Was soll ich bitte da genau unterrichtet haben?
Sekunden später fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Und ich musste zurückdenken an die Zeit meiner Ausbildung zum Reitpädagogen bei Doris Süess (www.sintakt.ch), einer absolut begnadeten Lehrerin. Ich durfte ihren Hengst, „Gonchar“ reiten, einen temperamentvollen Vollblüter, den ich sehr geliebt habe. Er hatte die Angewohnheit, beim Aufsteigen schon loszulaufen, was mich nicht störte. Wir kamen beide gut mit diesem Verhalten klar.
Auf Außenstehende wirkte das jedoch eher befremdlich, war ich doch sonst bekannt dafür, bei Pferden sehr viel Wert auf gute Manieren zu legen. Mein lapidarer Kommentar lautete dann meist: „Ach, Gonchar kann das halt nicht.“
Bis mich Robyn Hood auf diese Antwort hin fragte, was ich denn tun würde, wenn ich meine eigene Schülerin wäre. Na ja, dem Pferd wohl beibringen, beim Aufsteigen ruhig stehen zu bleiben. Genau. Damit war die Vorstellung geboren, dass es möglich ist.
Und da wir in der Tellington-Methode ganz einfache Hilfsmittel dafür haben, einem Pferd das ruhige Stehenbleiben beizubringen und positive Verstärkung unser Alltag war, dauerte es logischerweise auch nicht lange, bis Gonchar beim Aufsteigen am hingegebenen Zügel ruhig stehenblieb.
Jetzt zu Ihnen: Wo machen Sie oder Ihr Tier etwas, das Sie eigentlich nicht wollen, das aber schon immer schon so war? Können Sie Ihre Vorstellung verändern? Glauben Sie mir, der Rest ist mit Hilfe der Tellington-Methode und positiver Verstärkung ganz einfach…
Workshop “Spaß mit ttouch-n-click” 2.0
Samstag, 23. Mai 2026 und Sonntag, 24. Mai 2026
Das Dr. Daniela Zurr, Lily Merklin, Lisa Leicht, Sylvia Haveman, Karin Freiling, Doris Prinstinger und Katja Krauß gleichzeitig live an einem Wochenende unterrichten ist einmalig. Alle ttouch-n-click Dozentinnen am selben Ort zur selben Zeit, dass ist schon ein außergewöhnliches Ereignis.
Alle sieben sind TTouch Instruktorinnen und werden verschiedene Inhalte erklären und unterrichten. Der Workshop richtet sich an Anfänger genauso wie an Fortgeschrittene. Das Besondere ist die Kombination der Dozentinnen, die dafür spricht, dass keine Frage unbeantwortet bleiben wird :-).
Blogbeitrag von Katja Krauß (Tellington Instruktorin für Kleintiere aus Deutschland)
Im letzten Basis-Modul von ttouch-n-click bei Lily Merklin, in dem angehende Katzen- und Hundetrainer:innen gemeinsam unterrichtet werden, zeigte sich erneut, wie gut dieses Konzept funktioniert. Es ist bewiesen, dass wir auf geniale Ideen kommen, wenn wir „aus der Box herausdenken“.
Mir fiel dieses Mal besonders auf, dass die Katzen-Menschen eine Vorstellung davon entwickelten, was eventuell auch für Katzen trainierbar ist, wenn sie sich ansehen, was mit Hunden alles möglich ist. Den Hunde-Menschen wiederum kamen Ideen zum Management, auf die sie vorher nicht gekommen wären, weil für Katzen-Menschen dieses Vorgehen ganz selbstverständlich in die Richtung des Denkens gehört.
Dazu zwei Beispiele: Viele Hundehalter versuchen, ihren Hunden das Klauen vom Tisch abzugewöhnen. Das ist besonders für Hunde aus dem Tierschutz, die vielleicht schon einmal Hunger erlebt haben, schwer zu erklären. Da ist es vielen Katzenmenschen ganz selbstverständlich, die Reste vom gebratenen Huhn zu entsorgen oder in den Ofen zurück zu stellen.
Und andersherum ist es für viele Katzenhalter eine nahezu unlösbare Aufgabe, ihre Katzen davon abzuhalten, aus der Tür zu schlüpfen und im Hausflur kurz Erkundungsgänge zu machen. Für viele Hundehalter ist es dagegen selbstverständlich, dass sich der Hund durch eine kleine Trainingseinheit mit positiver Verstärkung leicht dazu motivieren lässt, im hinteren Flurbereich zu bleiben.
Lily hat aus neurologischer Sicht erklärt, dass wir nichts tun können, wozu uns die Vorstellung fehlt. Wenn wir außerdem verstehen, dass der Halter sich vorstellen muss, wie das gewünschte Verhalten seines Tieres aussehen soll, wird deutlich, wie wertvoll das gemeinsame Lernen ist und welche Synergieeffekte daraus entstehen.
Danke, Lily, und allen Teilnehmer:innen für dieses wunderbare Modul.
Das Dr. Daniela Zurr, Lily Merklin, Lisa Leicht, Sylvia Haveman, Karin Petra Freiling, Doris Prinstinger und Katja Krauß gleichzeitig live an einem Wochenende unterrichten ist einmalig.
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Blogbeitrag von Doris Prinstinger (Tellington Instruktorin für Kleintiere aus Österreich)
Diesen Titel habe ich mir für meinen neuen Onlinekurs überlegt. Und seit die Idee Gestalt angenommen hat, begegnen mir diese Themen ganz oft.
So hat Robyn Hood, Lindas Schwester, beim offenen Zoom Meeting am Montag ausführlich über Vertrauen gesprochen (die Aufzeichnung dafür findest du übrigens auf: https://www.youtube.com/watch?v=4dvRVsENqdY)
Verständnis, Vertrauen, Verbindung, Bindung, Beziehung…..das sind ja alles sehr geläufige „Schlagworte“.
Jetzt hat es mich interessiert, was HundeMenschen darüber denken und so habe ich eine kleine Umfrage im Freundes- und Bekanntenkreis gemacht.
Es handelt sich um ein persönliches Verständnis darüber, folglich gibt es nur richtige Antworten.
Die erste Frage war: „Was bedeutet Vertrauen in der Beziehung zu deinem Hund für dich bzw. woran erkennst du, dass Vertrauen besteht?“
Da kam z.B.: * nimmt Blickkontakt auf wenn sie unsicher ist * mein Hund weiß, dass ich ein Alphatier bin (im Sinne von „ich regle alle Dinge“) * ich vertrauen meinem Hund, dass sie mich beschützt * ich habe in die sozialen Fähigkeiten meines Hundes vertrauen und weiß dass sie keine Rauferei anzettelt * ich kann alles mit meinem Hund machen * weil mein Hund gerne mit mir auf der Couch liegt
Die zweite Frage war: „Womit hast du dir das Vertrauen deines Hundes verdient/erarbeitet?“
Die Antworten: * durch Vorhersehbarkeit, also gleichbleibende Handlungen * mein Hund weiß, dass ich überall dazwischen gehe * der Hund hat es oder hat es nicht * weil ich seine Bezugsperson bin * wir sind viel gemeinsam unterwegs
Ganz allgemein lässt sich sagen, dass fast alle Menschen mit den Fragen etwas überfordert waren. Weil sie darüber noch nie so genau nachgedacht haben.
Zugegeben, ich lebe in der Tellington Blase. Wir machen uns darüber viele Gedanken. Schon lange.
Und wenn jemand den Weg zu Tellington TTouch gefunden hat, ist ja schon die Bereitschaft da, einen Schritt weiter zu gehen, tiefer einzutauchen in die Beziehung.
Ich lade dich also ein, dir selbst die Fragen zu beantworten. Manchen mag es vielleicht leichter fallen sich zu überlegen: „Wem würde ich vertrauen und warum?“
Der Unterschied in der Mensch-Hund, Mensch-Mensch oder Eltern-Kind Beziehung beim Thema Vertrauen ist, finde ich, gar nicht so groß.
Doris Prinstinger live in Berlin – Spaß mit ttouch-n-click 2.0
Auszug aus dem Tagesprogramm:
Samstag 14.00 – 15.30 Uhr
Doris Prinstinger ist Hundephysiotherapeutin und Tellington TTouch® Instruktorin. Am Herzen liegt ihr ein harmonisches Miteinander von Mensch und Hund damit der Alltag erfolgreich gemeistert werden kann. Seit ihrem 19. Lebensjahr arbeitet sie mit Hunden und hat ein breites Spektrum an Ausbildungen aufgebaut, darunter Mantrailing, Dummytraining, Clickertraining, Verhaltenstherapie und Ernährungsberatung. Im Praxisalltag verbindet sie physiotherapeutische Arbeit mit ganzheitlicher Betrachtung des Hundes über die Tellington TTouch Methode, um Bewusstsein bei den Besitzerinnen und Besitzern zu schaffen. In ihrer Hundeschule bietet sie Tellington TTouch Workshops sowie Module der Therapiehundeausbildung an und bringt spezielles Know-how ein, wie die Methode kreativ in verschiedensten Bereichen angewendet werden kann.
Tellington-Lernparcours
Der Tellington-Lernparcours wird im Englischen auch als „Playground for higher learning“ bezeichnet – wörtlich übersetzt: Spielplatz für ein höheres Lernen.
Und genau diesen Spielplatz gestalten wir gemeinsam!
Dabei können verschiedenste Gesichtspunkte bedacht werden.
Geht es um die Förderung der Gesundheit und die Schulung des Bewegungsapparates? Möchten wir Hundebegegnungen gezielt üben oder an Themen wie Angst, Unsicherheit oder Reaktivität arbeiten? Soll die Leinenführigkeit verbessert und gleichzeitig Konzentration sowie nonverbale Kommunikation verfeinert werden? Oder möchten wir einfach eine gute Zeit mit unserem Hund verbringen und gemeinsam den Parcours durchlaufen, um Vertrauen und Bindung zu vertiefen?
Egal, welcher Aspekt im Vordergrund steht – durch die sorgfältige Gestaltung der Elemente entsteht unser individueller Spielplatz.
Hier kann Kreativität frei ausgelebt und umgesetzt werden.
Jeder Parcourspunkt bietet eine neue Lernchance, gekoppelt mit Freude, Neugier und gegenseitigem Vertrauen.
So wird Lernen zu einem positiven Erlebnis, das sowohl Hund als auch Mensch motiviert und stärkt. Gemeinsam entdecken wir Wege, wie Bewegung, Aufmerksamkeit und Bindung harmonisch ineinandergreifen und nachhaltige Fortschritte ermöglichen.
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Gast Blogbeitrag von Franziska Rohde (Tellington Practitioner 1 für Pferde aus Deutschland)
Im August 2024 zeigte eines unserer Einstell-Pferde plötzlich neurologische Ausfallerscheinungen. Sir Heinrich, ein damals 26 Jähriger Haflinger-Wallach, zeigte plötzlich einen sehr wackeligen unsicheren Gang. Er wankte enorm von einer Seite zur anderen und fiel in den Kurven fast um. Zudem flappte sein Maul permanent, wodurch Heinrich weder richtig trinken noch fressen konnte.
Der Tierarzt untersuchte ihn gründlich, konnte jedoch noch keine klare Diagnose stellen und Heinrich bekam Schmerzmittel, Entzündungshemmer und ein Mittel zur Entgiftung.
Am nächsten Tag verschlechterte sich Heinrichs Zustand trotz erneuter Medikamentengabe und Infusionen.
Da sich auch bis zum Abend keine Besserung zeigte waren wir alle ratlos. Wie können wir ihm noch helfen? Wir können doch nicht einfach nichts mehr machen? TTouch! Es braucht mehr und gezielte TTouches!
Heinrichs Zustand war auch am Morgen unverändert und ich begann mit TTouches an Ohren, Maul, Schweif, Beinen und verbundenen Kreisen am Körper. Zudem legte ich ein Körperband am Maul an, wodurch sein Maul sofort nicht mehr flappte.
Während der Session veränderte sich Heinrichs gesamte Körperhaltung. Seine Kopfhaltung wurde tiefer, er entspannte sich und konnte nach und nach sein Gewicht auf alle vier Beine ausbalancieren.
Zum Ende legten wir ihm ein Achter-Körperband an, um ihm noch mehr Gefühl für Verbindung zu geben. In der Bewegung war er zuerst unsicher, aber mehr im Takt und auch Kurven laufen war auf einmal wieder möglich.
Der Tierarzt kam direkt nach der TTouch-Session und war sehr überrascht, wie sehr sich der Zustand von Heinrich verbessert hatte. Die nächsten Tage unterstützten wir Heinrich weiterhin mit TTouches und nach einer Woche konnten wir ihn zurück in die Herde entlassen. Eine Blutuntersuchung zwei Wochen später ergab, dass Sir Heinrich sich mit dem West-Nil-Virus angesteckt hatte. Wir sind uns sicher, dass TTouch enorm dazu beigetragen hat, dass es Heinrich so schnell wieder so gut ging und vor allem, dass er es überlebt hat.