Blogbeitrag von Katja Krauß (Tellington Instruktorin für Kleintiere aus Deutschland)
Gerade ist mir aufgefallen, dass ich vergessen habe, den Blog gestern zu veröffentlichen. Aber ehrlich gesagt ist das kein Wunder – ich erhole mich noch immer von dem, was am Dienstag passiert ist.
Am Dienstagmorgen waren wir wie gewohnt anderthalb Stunden im Wald unterwegs. Wieder zu Hause bereitete ich zuerst das Hundefutter zu und frühstückte anschließend selbst noch schnell, bevor ich den Hunden ihr Futter gab.
Dabei fiel mir auf, dass meine zehnjährige Golden-Retriever-Hündin Dhanyi (eigentlich heißt sie Dhanyabaad – nepalesisch Dankbarkeit) während des Fressens ihren Po ungewöhnlich tief hielt. Sofort hatte ich das Gefühl, dass etwas nicht stimmte.
Mit Dhanyi verbindet mich eine ganz besondere Geschichte. Sie kam per Kaiserschnitt zur Welt und ich hielt sie und ihre beiden Schwestern, bis ihre Mutter aus der Narkose erwachte, warm in meinem Ausschnitt. Vielleicht könnt ihr euch vorstellen, wie eng unsere Verbindung seit diesem ersten Tag ist.
Nachdem sie gefressen hatte, legte sie sich hin. Als ich sie bat aufzustehen, lief sie sehr wackelig und wollte sich am liebsten sofort wieder hinlegen. Da habe ich nicht lange überlegt, den Autoschlüssel geschnappt und bin direkt zu meiner Tierärztin gefahren.
Es folgten Ultraschall, Blutuntersuchung, Blutdruckmessung und Röntgen – doch alle Ergebnisse waren völlig unauffällig. Nachdem Dhanyi ein Schmerzmittel bekommen hatte, schickte uns meine Tierärztin vorsorglich in die Tierklinik, damit dort ein MRT gemacht werden konnte.
In der Klinik bekam Dhanyi zunächst einen Tropf. Während der gesamten Zeit wich ich ihr nicht von der Seite. Immer wieder gab ich mir ein paar Rescue-Tropfen auf die Finger und machte ihr ununterbrochen Tellington-Ohren-TTouches.
Zwischendurch wurde sie immer apathischer. Es wirkte zeitweise, als wäre sie bereits in Narkose. Schließlich stand sogar der Verdacht einer Vergiftung im Raum, weshalb ihr der Magen ausgepumpt wurde.
In dieser Zeit musste ich im Wartezimmer bleiben. Dort kam ich mit einer anderen Hundehalterin ins Gespräch und zeigte ihr, wie sie ihren alten Hund mit Tellington-Ohren-TTouches unterstützen kann. Es tat gut, in dieser belastenden Situation etwas Sinnvolles tun zu können.
Gegen zwei Uhr nachts war Dhanyi wieder so ansprechbar, dass ich entschied, mit ihr nach Hause zu fahren. Ich wollte, dass sie sich in ihrer vertrauten Umgebung erholen konnte. In dieser Nacht stellte ich mir stündlich den Wecker, um ihre Temperatur zu kontrollieren und nach ihr zu sehen.
Am nächsten Morgen war sie fast wieder die Alte. Sie war zwar – genau wie ich – sehr müde und tat sich beim Aufstehen noch etwas schwer. Ab und zu war ihr Gang noch leicht wackelig. Aber sie hatte Hunger wie immer und wollte am liebsten sofort wieder in den Wald.
Den Wald haben wir an diesem Tag allerdings ausgelassen. 😉
Schon am nächsten Tag sah die Welt wieder ganz anders aus. Wir waren wieder gemeinsam im Wald unterwegs (siehe Video) und Dhanyi ging sogar wieder schwimmen – ihre absolute Lieblingsbeschäftigung.
Bis heute wissen wir übrigens nicht mit Sicherheit, was die Ursache für diesen Zustand war. Umso dankbarer bin ich, dass sie sich so gut erholt hat.
Und wieder einmal danke ich Linda Tellington-Jones von Herzen. Die Tellington-Ohren-TTouches haben mir das Gefühl gegeben, Dhanyi in dieser schwierigen Zeit aktiv unterstützen zu können. Sie halfen dabei, ihren Kreislauf zu stabilisieren und ihr Ruhe zu vermitteln. Gleichzeitig konnte ich mich selbst mit dem Herz-TTouch regulieren, ruhiger atmen und in dieser Ausnahmesituation handlungsfähig bleiben.
Manchmal können wir eine Situation nicht verändern. Aber wir können unserem Tier und auch uns selbst etwas geben, das Halt, Ruhe und Vertrauen schenkt. Genau das habe ich in dieser Nacht wieder einmal erlebt.
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