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Hühner verstehen

Blogbeitrag von Doris Prinstinger (Tellington Instruktorin  für Kleintiere aus Österreich)

Vor vielen Jahren sind Hühner in mein Leben gekommen. Einfach weil wir genügend Platz haben und gerne eigene Eier haben wollten.

Wir haben 3 Legehennen gerettet und es war interessant zu beobachten, wie sie Schritt für Schritt Dinge für sich entdeckten, die eigentlich normal sein sollten, sie jedoch in ihrem bisherigen Dasein nicht ausleben konnten.

Sie haben nicht mehr sehr lange gelebt, aber hoffentlich diese kurze Zeitspanne noch glücklich.

Mittlerweile haben viele verschiedene Hühner, Hähne und Küken mein Leben begleitet.

Unglaublich, was ich alles lernen konnte.

Denn – angeblich kommt ja die Dominanztheorie (durch die Hunde lange Zeit ziemlich unfair behandelt wurden und teilweise noch immer werden) von den Hühnern.

Die sollen ja eine ganz klare Hackordnung haben. Ich habe mir da immer so eine militärische Hierarchie vorgestellt.

Nun. Ich konnte viel beobachten, aber so etwas nicht.

Der Hahn ist ein wahrer Gentleman. Bringt man Leckerbissen, stürzt er sich nicht gleich drauf und frisst so viel es geht, sondern ruft seine Schar zusammen und läßt den Damen den Vortritt.

Ist die ganze Schar anwesend, wenn man Futter bringt, so habe ich gelernt, ist es vorteilhaft, wenn es in einem großen Gefäß serviert wird, wie sich alle gleichzeitig drauf stürzen. Niemand geht auf den anderen los, es gibt keine Rangordnung, nach der gefressen wird. Ja, man versucht durchaus der anderen was abzuluchsen. Da muss man eben geschickt sein. Aber es wird immer nur auf das Futter gepickt, nie auf die Henne.

Es werden Freundschaften geschlossen, was man daran erkennt, dass manche immer zu zweit unterwegs sind. Andere sind abenteuerlustiger und sie erkunden alleine große Areale. Manche sind unglaublich gute Mütter. Andere wieder nicht so sehr.

Besonders liebe ich es, wie sie sich immer lautstark selbst feiern, wenn sie ein Ei gelegt haben.

Sie sind unglaublich friedlich und sie zu beobachten, erdet mich immer zutiefst.

Es gibt auch immer wieder Tragödien. Mein größtes Huhn (eine Prama) ist plötzlich tot im Stall gelegen. Bei ihr mein kleinster Hahn (ein Zwergprama) und ihr treuester Begleiter. Er ist ganz aufgeregt auf ihr herumgehüpft. Ich habe die Henne aus dem Stall genommen, um sie zu beerdigen. Ab diesem Zeitpunkt ist der kleine Hahn verschwunden. Ich denke, ich habe seine Verabschiedung unterbrochen. Oder er wollte nicht mehr ohne seine Freundin hier sein. Ich werde es nie erfahren.

Aus all diesen Gründen habe ich mich sehr über das Geschenk dieses Buches gefreut. Es hat meine Beobachtungen bestätigt und geht noch viel weiter.

Auch wenn ich in erster Linie mit Hunden arbeite, finde ich es immer wieder spannend, von anderen Tierarten zu lernen. 

Also, wenn du gerne eine leichte und humorvolle Lektüre lesen willst um Hühner besser kennenzulernen, so kann ich dir dieses Buch ans Herz legen.


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